Social Media ist kein News-Channel

Bei meinen Recherchen für meinen Vortrag auf der Verwaltungsleitertagung 2011 in Bonn habe ich die Studie „Das Social-Media-Engagement deutscher Museen & Orchester“ von Ulrike Schmid entdeckt. Die Studie beschreibt sehr gut deren Social Media Aktivitäten und gibt anhand vieler Beispiele einen guten Einblick.

Das folgende Zitat aus der Studie zeigt, dass, neben einiger wenigen positiven Beispielen, Social Media oft eher als zusätzlicher Newskanal genutzt wird und der eigentliche Kern nicht richtig verstanden wird: „Twitter bietet Kultureinrichtungen sehr gute Möglichkeiten mit ihren Followern schnell und unkompliziert Gespräche zu führen. Diese Chance bleibt jedoch häufig ungenutzt. Die Mehrzahl der Einrichtungen nutzt Twitter lediglich, um in den althergebrachten Strukturen zu arbeiten, d. h. zur Information wie etwa Veranstaltungshinweise.“

Diese Aussage trifft allerdings nicht nur auf Museen und Orchester zu. Vielfach sieht man ähnlich Social Media Engagements bei Unternehmen. Man stellt sich natürlich die Frage, warum das so ist. Einerseits liegt es natürlich nahe einfach News in einen neuen Kanal zu gießen. Das hat man schließlich immer so gemacht, andererseits fehlen vielleicht einfach nur die Ressourcen.

Ressourcen für Kommunikation sind in der Regel natürlich vorhanden. Es ist also nur eine Frage der Verteilung. Häufig wird leider oft entschieden, dass man Social Media mal eben so mitmacht. Aus der Sicht der Verantwortlichen wird diesem Medium zu Beginn sicherlich einfach keine Geschäftsrelevante Bedeutung zugemessen. Weiterhin fehlt vielleicht auch der Mut alte Zöpfe abzuschneiden. Braucht man wirklich heutzutage noch so viele Broschüren oder die Werbung im Hochglanzmagazin.

Bevor man mit Social Media anfängt sollte man sich seine Zielgruppe auf jeden Fall richtig ansehen. Bewegen diese sich im Social Media Umfeld gibt es natürlich kaum eine Alternative und man muss mitmachen. Aber dann bitte richtig. Machen Sie daraus ein Projekt, wählen Sie die richtigen Applikationen aus und stellen die benötigten Ressourcen zur Verfügung. Andernfalls lassen Sie es dann lieber einfach. Es gibt kaum etwas Schlimmeres als eine Social Media Kampagne, die keine ist. Das schadet mehr, als es einem nutzt.

Meiner Beobachtung nach sind es aber nicht nur die Ressourcen, die zu „falschen“ Social Media Kampagnen führen. Oft ist auch ein falsches Verständnis für derartige Aktivitäten vorhanden. Mit dem bisher gelernten kann man den sozialen Median jedenfalls nicht begegnen. Es bleibt also nur die Möglichkeit sich ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen, also erst mal zuhören und sehen wie es andere machen oder sich jemanden zu suchen, der schon Erfahrung hat.

Dazu muss ich natürlich das Bewusstsein haben, dass ich Social Media Aktivitäten anders behandeln muss, als bisherige Marketingkampagnen. Das ist leider nicht bei allen Verantwortlichen vorhanden.

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One Response to Social Media ist kein News-Channel

  1. Vielen Dank für den Artikel und den Verweis zur Studie. Alleine die Aussage: “Es gibt kaum etwas Schlimmeres als eine Social Media Kampagne, die keine ist. Das schadet mehr, als es einem nutzt.”, sagt schon alles aus.

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