Enterprise 2.0: Entwicklungsoffenheit für alle
Der Artikel in der Zeit über Hochbegabte hat mich heute Morgen zum Nachdenken über die Beteiligung der Mitarbeiter bei Enterprise 2.0 Projekt gebracht. Vielleicht erwarten wir einfach zu viel oder betrachten zu wenig die Verschiedenheit der Menschen. An anderer Stelle gibt es wohl aber auch zu viele Hindernisse.
Die Menschen, die im Artikel beschrieben sind, stellen so ziemlich genau die Menschen dar, die man über Enterprise 2.0 entwickeln möchte. Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen, kreative und dynamisch. Sie sollen sich und damit das Unternehmen permanent weiterentwickeln. Idealerweise stellt man sich ein Unternehmen vor, dass nur aus solchen Mitarbeitern besteht, was natürlich unrealistisch ist.
Sicherlich sind nicht nur Hochbegabte zu einer solchen Arbeitsweise zu bewegen, aber es wird wahrscheinlich eher ein kleiner Teil der Mitarbeiter so zu entwickeln sein. Diese Menschen werden dann zu Themenführer, die besonders wichtig für ein Unternehmen sind. Es ist wichtig, dass sie im Unternehmen bleiben, sich also wohlführen und nicht aus Versehen bei Personalabbau entlassen werden.
Weiterhin gibt es einen Anteil der Mitarbeiter, die eine sehr guten Job machen, aber doch nicht mehr wollen oder können. Diese Menschen haben aber durchaus Know.How, welches für die Kollegen sehr wichtig ist. Es muss also ein Ziel sein diese Menschen dazu zu bewegen Ihr Wissen mit anderen zu Teilen und so gemeinsam mehr zu erreichen.
Daneben gibt es sicherlich Mitarbeiter, die zu nichts zu bewegen sind, deren Job es vielleicht auch gar nicht erforderlich macht sich auszutauschen. Sicherlich werden diese Jobs weniger, aber in einem gewissen Rahmen wird es sie wahrscheinlich immer geben. Sie können trotzdem einen erheblichen Beitrag zum Unternehmen beitragen.
Neben diesen beschrieben Mitarbeitertypen gibt es sicherlich noch weitere, die bei der Einführung von Enterprise 2.0 betrachtet werden müssen. Man sollte sich also bei der Planung Gedanken machen, wie man mit den verschiedenen Gruppen umgehen möchte.
Wenn man über die Lebensläufe der Hochbegabten liest, stellt man fest, dass Sie wegen Ihrer Dynamik und Leistungsfähigkeit oft in Unternehmen anecken und häufig Problem haben, obwohl sie eigentlich genau die Mitarbeiter sind, nach denen in den Stellenausschreibungen sucht.
In Diskussionen zu Enterprise 2.0 wird häufig über Nutzungsoffenheit gesprochen, also es den Mitarbeitern zu überlassen die Tools so zu nutzen, wie es ihnen den meisten Nutzen bringt.
Ich denke man braucht auch so etwas wie Entwicklungsoffenheit für Mitarbeiter. Man sollte also Mitarbeitern ermöglichen in Aufgaben hinein zu wachsen, die eigentlich nicht Ihrer Ausbildung entsprechen.
Zum Einem hilft das gewachsene Denkstrukturen zu durchbrechen, denn solche Menschen denken unvoreingenommen über Problemstellungen nach und kommen so zu ganz anderen Ergebnissen oder bringen dadurch andere Mitarbeiter auf neue Ideen. Zum Anderen sind Mitarbeiter, die sich aus eigenen Antrieb in ein Thema hineinarbeiten, sicherlich engagierter als viele, die von der Ausbildung her schon lange im Thema arbeiten.
Es ist meiner Meinung nach äußerst wichtig, dass man den Dingen im gewissen Umfang seinen Lauf lässt und nicht immer aufgrund von Ausbildung und Hierarchie entscheidet, was nicht heißt, dass diese Dinge überflüssig werden.




Danke für den Beitrag, Joachim.
Mich hat der Artikel gestern auch zum Nachdenken gebracht. Zufällig hatte ich noch einen Blogbeitrag in der Pipeline, der zwar nicht das Thema Hochbegabte direkt anspricht, dafür aber das Thema Fachkräfte: Was und wer sind sie? Wie erkennt man sie? Welche Kriterien müssen sie als kompetente Arbeitskraft erfüllen und was sollte das Unternehmen bieten um sie zu halten. Der Punkt mit den Mitarbeitern, deren Job es nicht nötig macht sich auszutauschen, ich glaube, den gibt es nicht. Denken wir mal an das menschliche Miteinander, das gerade für Teams eine große Rolle spielt. Und jeder Arbeiter arbeitet irgendwo auch in Teams – zumindest fällt mir gerade kein Job ein, wo das nicht der Fall ist. Hochbegabt muss dafür keiner sein, aber – und da zitiere ich Gunter Dueck – professionell intelligent. Und ich behaupte, das kann jeder lernen – wenn er nur will. Hier der Link zu meinem heutigen Beitrag dazu: http://www.netmedia.de/blog/2011/11/unternehmen-machen-fachkrafte/
Ich hatte auch nicht gemeint, dass es Mitarbeiter gibt, die gar keine Kontakte zu anderen Kollegen oder Unternehmen haben sollten, bzw. benötgen. Es wird aber noch lange so sein, dass für viele Tätigkeiten eine Vernetzung nicht unbedingt nötig ist. Man sollte aber gleichwohl allen die Möglichkeiten geben sich zu beteiligen. Es ist aber auch OK, wenn sie es dann nicht nutzen.