Müssen Manager Angst vor Enterprise 2.0 haben?

Im Rahmen von der Nutzung von Enterprise 2.0 spricht man schnell von Demokratisierung und Veränderung der Unternehmenskultur. Dabei machen auch immer wieder Aussagen die Runde, die eine Aufhebungen von Hierarchien ankündigen.  Dies wird auch im Beitrag von Harold Jarche „Manging Engagement“, der übrigens sehr lesenswert ist, angesprochen. Müssen Manager also Angst um Ihren Job haben?

Man kann diese Frage mit einem Ja beantworten, aber es trifft nur auf wenige zu und hat nur bedingt mit Enterprise 2.0 zu tun. Veränderungen bedeuten immer mal für die eine oder andere Position ein Problem, aber das passiert in großen Unternehmen ständig. Es wird häufig umorganisiert und das betrifft dann auch schon mal Führungspositionen.

Wissensarbeiter sind anders

Was man aber mit Sicherheit sagen kann, ist  dass sich die Aufgaben für Manager in einigen Punkten ändern werden. Dazu muss man zunächst den modernen Wissensarbeiter betrachten. Für die Erledigung ihrer Aufgaben benötigen sie immer mehr Knowhow und müssen auch immer häufiger Entscheidungen selber treffen. Aufgrund ihrer Kompetenz erwarten sie auch einen gewissen Freiheitsgrad bei der Ausübung Ihrer Tätigkeit.

Wissensarbeiter sind dabei so selbstbewusst, dass sie nicht wegen jeder Entscheidung zu ihrem Chef „rennen“ möchten, um diese absegnen zu lassen. Weiterhin führt die immer schneller werdende Entwicklung dazu, dass sich diese Wissensarbeiter ständig durch informelles Lernen weiter entwickeln müssen und auch wollen. Bei Projekten benötigt man  immer andere Kompetenzen und muss so in ständig neuen Zusammensetzungen  zusammenarbeiten. In so einem Arbeitsprozess funktioniert die bisherige Managementmethode im Rahmen von „Command and Control“ nicht mehr.

Die Bedeutung  von Enterprise

Dabei spielt Enterprise 2.0 zunächst keine entscheidende Rolle. Natürlich kommen durch Enterprise 2.0 noch Effekte, wie z.B. transparente Kommunikation, hinzu. Mitarbeiter werden sichtbarer und können sich leichter mit anderen austauschen. So werden sie unter Umständen aufgrund ihrer Leistung auch sichtbarer als ihre Vorgesetzten, die den Informationsfluss bisher kanalisiert haben. Das funktioniert nicht immer reibungslos.

Man kann also feststellen, das Enterprise 2.0 in diesem Kontext eigentlich mehr Werkzeug ist, aber diesen Prozess deutlich beschleunigen kann. Enterprise 2.0 macht diesen Prozesse deutlicher und ohne diese Werkzeuge wäre diese Art der Zusammenarbeit auch nicht in diesem Umfang möglich. Ursächlich verantwortlich für diese Veränderung ist es dagegen nicht.

Was bedeutet das für Manager

Müssen Manager also wirklich Angst vor diesen Veränderungen haben? Sicherlich nicht, wenn sie bereit sind, sich diesen Anforderungen zu stellen und ihre Arbeitsweise zu verändern. Die Art wie Mitarbeiter geführt werden müssen, wird sich deutlich ändern. Es wird mehr ein Coaching  als eine detaillierte Beauftragung von Aufgaben und deren Kontrolle sein.

Dabei wird es immer wichtiger dafür zu sorgen, dass die Rahmenbedingen es den Wissensarbeitern ermöglichen in optimaler Weise zu arbeiten. Weiterhin muss man für Projekte die richtigen Kompetenzen zusammenzuführen, damit diese  zum Erfolg führen. Was bedeuten kann,  Mitarbeiter aus den verschiedensten Abteilungen zusammen zu bringen. Das Ganze muss natürlich koordiniert werden. Innerhalb dieser Rahmenbedingungen sollten die Mitarbeiter dann frei agieren können. Wenn diese mit Enterprise 2.0 ihre Projekte transparent kommunizieren, weiß man auch als Vorgesetzter, ob alles zufriedenstellend läuft. Eine aufwendige Kontrolle ist so nicht nötig. Man merkt so schon, wenn man eingreifen muss.

Es gibt also deutliche Veränderungen, die aber nur bedingt Enterprise 2.0 zuzurechnen sind. Es hat vielmehr mit der Entwicklung von immer mehr Arbeitsplätzen zu tun. Wissensarbeiter möchten einfach nicht mehr so arbeiten wie noch vor 20 Jahren. Enterprise 2.0 ist dabei ein Hilfsmittel und in einem gewissen Rahmen auch Treiber.

Unternehmen achten besser darauf, ihre Führungskräfte und Mitarbeiter bei diesem Veränderungsprozess nicht alleine zu lassen. Es ist auch bei jedem Enterprise 2.0 Projekt darauf zu achten, dass dies berücksichtigt wird.

 

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