10. Symposium Wissensmanagement in Karlsruhe

„Wissensmanagement ist tot“ war eine Aussage, die heute beim 10. Symposium in Karlsruhe zu hören war. Die Aussage stimmt natürlich, wenn man Wissensmanagement im herkömmlichen Sinne betrachtet. Es ist wohl kaum möglich alles Wissen aus den Köpfen der Mitarbeiter nutzbar zu machen. Dennoch haben die Vorträge von heute gezeigt, dass es essentiell für Unternehmen ist sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Die Vorträge haben wieder einmal gezeigt, dass es die einzige Möglichkeit ist Unternehmen für die immer komplexer werdenden Anforderungen fit zu machen. Das trifft nicht nur für Mitarbeiter die an Schreibtischen sitzen tun, wie das Beispiel der Installateure für Solaranlagen zeigte.

Dabei setzt man heute nicht mehr auf das verdonnern der Mitarbeiter Informationen in Datenbanken einzupflegen, sondern auf Vernetzung und kollaborative Zusammenarbeit. Das funktioniert aber nur, wenn die Führungskräfte lernen mit dieser Art zu Arbeiten umgehen können. Sie sind dabei ein Schlüssel zum Erfolg. Die Technologie darf natürlich auch keine Barrieren schaffen. Sie muss also gut funktionieren.

Eindrucksvoll war das Beispiel von Thomas Röllecke, Siemens AG. Er hat eine Initiative gestartet, um in seinem Bereich einen globalen Wissensaustausch zu initiieren. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor dieses Projektes ist aber seine Person. Durch seine jahrelange Auslandstätigkeit hat er ein Netzwerk aufgebaut, welches er jetzt für den Anschub nutzen konnte. Auch seine Erfahrungen spielen dabei eine große Rolle. Klever fand ich seinen Ansatz die Texte nicht zu tippen, sondern mittels einer Spracherkennungssoftware zu diktieren. So spart er sich wunde Finger und kann einiges zum Erfolg beitragen. Dieses Beispiel zeigt, dass der Einsatz weniger Personen einiges bewegen kann. Man brauch sozusagen die Leuchttürme eines Unternehmens.

Die eher philosophischen Betrachtungen von Dr. Karsten Ehms (Siemens), haben uns ein wenig an seinen Erfahrungen aus 12 Jahren Wissensmanagement teilhaben lassen. Seiner Meinung nützt Wissensmanagement nur etwas, wenn es in Entscheidungen einfließt. Eine Aussage, die ich auch unterschreiben würde. Ein interessanter Vortrag, der mich zum Nachdenken gebracht hat.

Prof. Dr. Michael Braungart hat seine Initiative Cradle to Cradle in einem spannenden Vortrag vorgestellt. Sein Ansatz sind positive Ziele zu setzen anstatt schlechtes ein wenig verbessern zu wollen. So ist sein wichtigster Ansatz beim Bau eines Hauses Schadstoffe im inneren zu vermeiden. Unsere luftdicht verschlossenen Gebäude lassen im inneren eine schädliche Schadstoffkonzentration entstehen, weil bei Produkten nicht auf die Innenraumtauglichkeit geachtet wird. Sein Ansatz ist es nicht die Schadstoffe zu reduzieren, also Schlechtes ein bisschen weniger schlecht zu machen sondern er entwickelt nun Stoffe und Produkte, die sich dafür eigenen, da sie gar keine Schadstoffe ausstoßen.

Besonders hat mir aber sein Ansatz gefallen für jedes Gebäude 2-3 besondere Dinge einzubauen und dazu ein paar lustige. So kann man in einer Diskothek durch tanzen Strom erzeugen. Dies ist meiner Meinung nach auch der richtige Ansatz für Projekte im Unternehmen. Man nutzt natürlich State-of-the-Art-Technologie und Erkenntnisse, versucht aber nicht alles perfekt zu machen. Das absolut perfekte erreichen zu wollen, führt dann dazu, dass es immer komplexer wird und nachher nicht mehr zu beherrschen ist. Wenn man aber 2-3 Dinge besonders gut sind, werden diese auch wahrgenommen und führen zu einer wesentlich besseren Akzeptanz. Diese besonders guten Dinge lassen sich dann von anderen kopieren. Wenn jeder so arbeitet würde die Summer schon einiges an positiver Entwicklung bewirken. Ich denke auch, dass Unternehmen durchaus ein bisschen Spaß vertragen könnten. Auch das würde bei vielen Projekten helfen.

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