GfWM KnowledgeCamp 2012

Nach 3 Tagen Wissensmanagement bin ich nun wieder zu Hause und kann sagen, dass es sich mehr als gelohnt hat das KnowledgeCamp 2012 besucht zu haben.  Man könnte annehmen, dass drei Tage Wissensmanagement eine Dosis ist, die kaum zu verarbeiten ist. Dem ist aber nicht so, was wahrscheinlich am Format liegt. Das wurde einem dieses Mal sehr deutlich, da der erste Tag mit dem  Wissensmanagement-Symposium des AKWM begonnen hatte, also mit einer eher traditionellen Konferenz.

Dem gegenüber standen die 2 Tage des KnowledgeCamp‘s, welches als Barcamp einen ganz anderen Charakter hat. Man weiß natürlich vorher nicht, was einen erwartet, schließlich ergibt sich die Agenda immer erst am Morgen durch die Meldungen der Teilnehmer. Das ist wohl für den ein oder anderen noch ein Problem. Möglicherweise ist es dadurch ein Problem für viele die Entscheidung zu treffen dorthin zu gehen. Die Frage „Was wird dort geboten“ lässt sich im Voraus ja zunächst einmal nicht beantworten. Wie bei der Nutzung von Social Media muss man es einfach tun, um dann festzustellen, wie wertvoll es ist.

Im Gegensatz zu einer klassischen Konferenz gibt es bei einem Barcamp ein hohes Maß an Diskussionen, was auch auf das KnowledgeCamp zutraf. In der Regel führte der Moderator kurz in die Session ein und dann ging es auch schon mit den Diskussionen los. Man musste die Teilnehmer kaum dazu motivieren.

Dazu trägt sicherlich auch das Du bei, wozu sich alle zu Beginn geeinigt hatten. Am Anfang noch hier und da ein verstolpertes Sie, hat sich der Umgang schnell in eine lockere Atmosphäre verändert, die trotzdem einen äußerst respektvollen Umgang miteinander bedeutete. Die Diskussionen waren immer auf Augenhöhe und somit bemerkenswert fruchtbar.

Es wurde natürlich viele über den aktuellen Stand und die Trends beim Wissensmanagement gesprochen. Grundsätzlich tut sich Wissensmanagement wohl zurzeit ein wenig schwer. Der Hype ist vorbei und viele schlecht gelaufene Projekte haben die Begeisterung abflachen lassen. Dennoch liegt im Wissensmanagement viel Potential, aber es kommt dabei vor allem auf die richtige Umsetzung um. Ist nun der klassische Ansatz der richtige oder spielt das Thema Enterprise 2.0/Social Business die wichtigere Rolle.

Darüber konnte man sich auch bei der hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion am Ende des ersten Tages nicht einigen. Man kann die Frage eben nicht einfach so allgemein beantworten. Man muss genau hinsehen, worin die Anforderungen bestehen und dann mit der adäquaten Methode in die Umsetzung gehen. Das kann zu völlig verschiedenen Ansätzen führen. Aus diesem Grund müssen sich Wissensmanager auch mit beiden Thematiken auskennen. Mit der Enterprise 2.0 taten sich dabei einige Teilnehmer doch noch recht schwer. Allerdings waren auch Teilnehmer dabei, die mit sozialen Medien schon einen ganz selbstverständlichen Umgang pflegen, was am Twitterstream der Veranstaltung deutlich zu sehen ist.

Besonders angenehm am Barcamp-Format ist es auch, dass man Themen, mit denen man sich gerade Beschäftigt, zur Diskussion stellen kann. Das habe ich zum Thema Wissensmanagement in Businessprozessen getan. Das Ergebnis kann man auf der Wikiseite zur Session finden.

Für mich waren es jedenfalls sehr wertvolle Tage und ich habe wieder viele Kontakte knüpfen können. Auch wenn man vorher nicht weiß, was geboten wird, lohnt es sich sehr sich darauf einzulassen. Zumindest einmal sollte man es probieren, sonst kann man es auch nicht beurteilen, aber Vorsicht, es besteht Suchtpotential;-)

Share

2 Responses to GfWM KnowledgeCamp 2012

  1. silver price sagt:

    „Wir befinden uns im Zeitalter der Kreativität und der Kommunikation, aber wir wissen noch nicht exakt, wie es funktioniert“, meinte auch Geneviève Morand, Gründerin des Netzwerks Rezonance, in ihrem Keynote-Vortrag auf der Kölner Fachmesse für Personaler. Die Spielregeln hätten sich geändert – denn Märkte seien heute nicht mehr Märkte, sondern Konversation. „Es müssen alle an den Tisch und miteinander reden“, folgerte die Entrepeneurin, die über das Westschweizer Netzwerk bereits 40.000 Menschen digital miteinander in Kontakt gebracht hat, aber auch regelmäßig persönliche Zusammentreffen und Schulungen organisiert. So wie Ploski geht Morand davon aus, dass die neuen Kompetenzen – die Förderung der Verbindungen im eigenen Gehirn und mit anderen – trainierbar sind. Menschen müssten lernen, ihre Bedürfnisse auszudrücken, nach Hilfe zu fragen, Emotionen zu zeigen, an ihren Stärken statt Schwächen zu arbeiten, Unwissenheit zuzugeben und Konflikte als Lerngelegenheiten zu akzeptieren. Ziel sei, dass sich ein jeder seiner Talente bewusst werde und diese täglich einsetzen könne. Auf dem Weg dorthin seien viele Ängste zu überwinden – auch vor der Ungewissheit der Zukunft.

  2. Ich kann Deinem Kommentar nur zustimmen. Ich denke es ist die Aufgabe unserer Gesellschaft die Menschen in diese Richtung zu entwickeln. Dabei sind Hochschulen und Arbeitgeber in gleicher Weise gefragt. Dabei finde ich es wichtig nicht überall perfekt sein zu müssen, aber sich in den Dingen, die man wirklich machen möchte weiter entwickeln zu können.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>