Räumliche Entfernung verschlechtert die Kommunikation

Professor Thomas J. Allen hat Ende der 70er Jahre festgestellt, dass die Kommunikation von Ingenieuren untereinander in der Relation zur Entfernung abnimmt. Nun müsste man annehmen, dass dies mit den heutigen Kommunikationsmitteln nicht mehr zutrifft. Das aber ist wohl ein Irrtum, wie ich heute im Artikel „Aus den Augen, aus dem Sinn“ des Havard Business Managers lesen konnte. So nimmt z.B. die E-Mail-Frequenz mit der Entfernung ab. Was bedeutet das für Unternehmen und Projekte?

Zunächst muss man dazu sicherlich überlegen, warum das so ist. Meiner Meinung nach gibt es dafür einige Gründe. So erzeugen persönlich Treffen immer noch eine deutlich höhere Bindung. Diese ist umso stärker, je öfter man sich trifft. Wobei die Sympathie dabei natürlich ebenfalls eine Rolle spielt.

Ein weiterer Grund ist sicherlich, dass wir mit unserem Verhalten noch nicht da angekommen sind, wo wir aufgrund der technischen Möglichkeiten sein könnten. Wir entwickeln unser Verhalten bei weitem nicht so schnell, wie die Technologie. Die meisten Menschen hinken da deutlich hinterher. Zum einen mögen sie Veränderungen nicht so gerne und zum anderen steht die bestmögliche Technologie in der Unternehmen meist nicht zur Verfügung.

Ein weiteres Problem ist sicherlich die Sprache. Soll die Kommunikation über Ländergrenzen hinweg gehen, ist in der Regel die englische Sprache die einzige Möglichkeit miteinander zu kommunizieren. Es fällt aber vielen Menschen viel leichter in der Muttersprache zu kommunizieren. Deshalb wird schneller miteinander kommuniziert, wenn ich die Sprache nicht wechseln muss. Aber man kann natürlich einiges tun, um die Kommunikation zu verbessern.

Persönlich Meetings fördern

Menschen müssen sich also treffen, egal ob es um ein Projekt geht oder ob man einfach regelmäßig zusammenarbeiten muss. Nimmt man ein Projekt als Beispiel muss man dafür sorgen, dass sich die Teammitglieder regelmäßig treffen. Dabei darf man ein Abendevent nicht vergessen. Die geringen Investitionen amortisieren sich schnell wieder, wenn die Zusammenarbeit dadurch besser funktioniert.

Team-Space

Auch wenn man gut räumlich getrennt arbeiten kann, empfiehlt es sich gelegentlich zusammen zu rücken. Hat man im Projekt einen Team-Space zur Verfügung kann man in kritischen oder arbeitsreichen Zeit dort effektiv zusammen arbeiten.

Sprachbarrieren

In global arbeitenden Unternehmen oder internationalen Projekten ist Englisch die Sprache der Wahl. Da führt leider kein Weg dran vorbei. Man kann leider nicht davon ausgehen, dass alle Mitarbeiter der Sprache in gleicher Weise mächtig sind. Auch die Übersetzungsprogramme sind noch nicht so perfekt, was besonders auf nicht so gängige oder schwierige Sprachen zutrifft.

Es wird zwar langsam besser, aber wir müssen sicherlich noch etwas Geduld haben, bis die Programme durchgängig gute Übersetzungen liefern. Aktuell müssen die Mitarbeiter da noch selber ran. Deren Kenntnisse können allerdings durch Kurse oder Online-Trainings verbessert werden. Diese Möglichkeiten sollte man vom Unternehmen aus generell anbieten.

Tools beherrschen

Wie anfangs erwähnt hinken wir Menschen hinter der technischen Entwicklung hinterher. Das liegt natürlich daran, dass viele eine Abneigung gegenüber neuen Dingen haben. Im Unternehmen möchte man am liebsten nur die Dinge Nutzen, die man schon die ganzen Jahre zur Verfügung hatte.

Leichter kann man die Nutzung machen, wenn man auf eine exzellente Usability achtet. Das wird bei internen Anwendungen gerne vernachlässigt. Hier sollte man sich durchaus Profis zur Hilfe holen, auch wenn man Standardtools nutzen möchte.

Hilfestellung durch Videos und Anleitungen sind ebenfalls ein probates Mittel, um die Einarbeitung zu erleichtern. Ich bin auch ein Fan davon Ansprechpartner zur Verfügung zu stellen, die Mitarbeiter bei Problemen unterstützen können oder einfach dabei helfen die täglichen Aufgaben mit den entsprechenden Tools zu erleichtern.

Fazit

Man kann so einiges tun, um den Mitarbeitern den Einstieg zu erleichtern. Einige Tools sind aber auch noch nicht so professionell, wie sie sein sollten. Sprachen sind dabei ein wichtiges, aber noch nicht gelöstes Problem. Niemand möchte sich durch unzureichende (falsch übersetzte) Texte blamieren. Weiterhin benötigen wir einfach Geduld. Die Mehrheit ist einfach noch nicht so weit, wie wir sein können. Das Nachrücken der jüngeren Generationen wird hier sicherlich hilfreich sein, auch wenn Alter allein kein Maßstab für die Entwicklung ist.

Bild: iStockphoto

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Joachim Lindner

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