Mobile Kundenportale

Kunden erwarten heutzutage mit Unternehmen interagieren zu können. Man möchte möglichst direkten Zugang auf seine Daten haben und entsprechende Interaktionen durchführen können. Viele Unternehmen haben das erkannt und bieten deshalb ein Kundenportal an.

Schaut man sich die Statistiken an, greifen Nutzer dabei immer häufiger mit Smartphones oder Tablets darauf zu. Ein Trend, der nicht mehr zu ignorieren ist.

Nutzerszenarien

Es spielt eigentlich keine Rolle ob man die Inhalte für ein Kundenportal für eine mobile oder Desktopversion plant. Es ist immer Vorteilhaft die Nutzer bei der Planung in den Mittelpunkt zu stellen.

Bei Kundenportalen geht es dabei immer auch um Interaktion. Deshalb würde ich empfehlen mit der Entwicklung von Nutzerszenarien zu beginnen. Diese kann man dann mit den Prozessen im Hintergrund abstimmen und das Userinterface entsprechend gestalten.

Für eine mobile Version können, je nach Zielgruppe, die Szenarien für eine mobile Version durchaus anders aussehen. Ich würde Unterschiede allerdings nur zulassen, wenn es dafür wirklich triftige Gründe gibt.

Auf jeden Fall sind Nutzerszenarien eine gute Basis für die weitere Entwicklung eines Kundenportals.

Mobile First

Startet man mit so einem Projekt auf der grünen Wiese, beginnt man am besten mit der mobilen Version. Das hat einige Vorteile:

  • Inhalte müssen kurz und Präzise formuliert werden. Der Nutzer kann die wesentlichen Inhalte so schnell erfassen.
  • Diese Inhalte sind auch häufig für die Desktopversion besser. Häufig entscheidet man sich deshalb auch bei der Desktopversion für die mobilen Inhalte.
  • Es ist beim Design einfacher die Webseite von der reduzierten Version zu starten und dann weitere Inhalte zu ergänzen.

Bei einem Relaunch sollte man soweit möglich einen ähnlichen Ansatz verfolgen.

Responsive Design, mobile Webseite oder App?

In den meisten Branchen ist eine Website für die Nutzung durch Desktop-PCs immer noch unverzichtbar. Es wird deshalb kaum möglich sein alle Inhalte nur noch mobile zur Verfügung zu stellen. Für manche Szenarien macht es aber durchaus Sinn. Je nach Anwendung sind verschiedene Möglichkeiten gegeben.

Responsive Design

Webseiten, die mittels Responsive Design erstellt werden, passen sich den Endgeräten in der Darstellung an. Die Größenanpassung erfolgt in Schritten. Innerhalb dieser Schritte funktioniert die Anpassung fließend. Somit hat man eine Website, die vielen Anforderungen genügt.

Vorteile

  • Inhalte können zentral gepflegt werden
  • Es gibt keine Bindung an spezielle Endgeräte.
  • Zukunftsfähig, da die Ausgabe immer über einen Standardbrowser erfolgt und sich dem zur Verfügung stehenden Platz anpasst.

Nachteil

  • Für jeden Größenbereich muss ein Design festgelegt werden
  • Die Programmierung ist aufwendiger

Mobile Webseite

Eine mobile Webseite wird speziell für die Nutzung durch mobile Endgeräte erstellt. In der Regel für ein Smartphone. Häufig werden dabei auch nur reduzierte Inhalte angeboten.

Vorteile

  • Die Inhalte und das Design können an die mobile Nutzung perfekt angepasst werden.

Nachteile

  • Die Inhalte müssen meist zusätzlich erstellt werden
  • Eher für kleine Websites geeignet
  • Für andere Endgeräte, wie z.B. Tablets, möglicherweise nicht so geeignet
  • Nutzer finden vielleicht nicht die Inhalte, die gesucht werden, weil diese weggelassen wurden

App

Apps werden in der Regel für spezielle Anwendungen programmiert. Nutzer müssen sich diese zunächst Installieren, bevor eine Nutzung möglich ist.

Vorteile

  • Es ist leichter möglich spezielle Funktionen programmieren
  • Die Nutzung ist in der Regel einfach, das sich Apps meist nur wenige Funktionen anbieten

Nachteile

  • Apps müssen möglicherweise geprüft werden, bevor diese zugelassen werden
  • Die Inhalte müssen meist zusätzlich erstellt werden
  • Anpassung an verschiedene Betriebssysteme (Apple, Android, Windows) oft nötig
  • Anpassung an Updates der Betriebssysteme möglicherweise nötig

Fazit

Man muss schon genau hinschauen wie die Zielgruppe sich im Netz bewegt und welche Geräte genutzt werden. In der Regel kommt man aber heute an einer Desktopversion nicht vorbei. Deshalb würde ich eine Webseite mit Responsive Design vorziehen. Der Aufwand ist zwar ein wenig höher, aber dafür passen sich die Inhalte immer wieder an. Das ist auch auf zukünftige Geräte gesehen ein deutlicher Vorteil.

Eine mobile Webseite würde ich nur für ganz bestimmte Inhalte erstellen. So kann eine Marketingaktion z.B. sehr gut damit funktionieren.

Braucht man mehr Funktionalität ist eine App meist die erste Wahl. Allerdings kann man mit der Programmierung einer Webseite auch schon einiges umsetzen. Natürlich kann es auch aus Marketing- oder Imagegründen Vorteilhaft sein eine App anzubieten. Wie immer muss man also genau hinschauen, worin die Ziele bestehen und wie die Zielgruppe ticken.

Foto: iStockphoto

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Joachim Lindner

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