Mit Fachchinesisch am Ziel vorbei

Was jemand sagt, ist nicht immer das was vom Gegenüber verstanden wird. Zu sehr spielen die eigene Sozialisation und der Wissensstand eine Rolle. Das trifft besonders häufig zu, wenn es einen Austausch zwischen IT und Fachbereich gibt. Die eine Seite spricht „Technisch“ und die andere Seite stellt komische Fragen.

Kritisch wird es, wenn daraus Vorgaben für die Umsetzung entstehen, die leider nicht der gewünschten Funktionalität entsprechen. Change Request sind dann oft das traurige Ergebnis.

Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass es auch bessergehen kann. Zunächst sollte man davon ausgehen, dass die Gesprächspartner wenig bis gar keine Kenntnisse der Materie haben. Das ist natürlich vom Gesprächspartner abhängig und es bedeutet auch nicht, dass man sich auf Kindergarten-Niveau begeben sollte. Man kann aber nicht verlangen, dass jemand, der in seinem Fachbereich eine Experte ist, gleichzeitig auch IT-Experte ist. Also lieber einmal etwas zu viel erklären, als zu viel Wissen voraus zu setzen.

Von Anfang an

Sitzt man in einem Meeting mit Nicht-IT-Experten, dann muss man sich gut überlegen, wo man startet und wie man die Themen strukturiert. Ein Konzept sollte logisch aufgebaut sein. Zunächst den Ist-Zustand, dann die Anforderungen und im weiteren Verlauf dann die Vorschläge für die Umsetzungenthalten. Der Verlauf sollte logisch sein und von allen Teilnehmern nachvollziehbar sein.

Komplexität verringert man auch, wenn man etwas in viele kleinere Elemente aufteilt. Fasst man zu viel unter einem Punkt zusammen, dann wird es schnell zu kompliziert.

Fast richtig ist auch OK

Ich habe einmal eine Marketingkampagne betreut, deren Zielgruppe die allgemeine Öffentlichkeit war. Die Techniker wollten z.B. in den Artikeln immer von Drehstrom schreiben. Viele Menschen wissen aber nicht was das ist. Ich konnte Sie dann davon überzeugen den Begriff Wechselstrom zu verwenden.

Das ist natürlich fachlich nicht ganz korrekt, aber ausreichend genau, dass man sich nicht blamiert, was man natürlich vermeiden muss. Die Zielgruppe kann aber etwas damit anfangen. Es ist oft hilfreich auch mal 5 gerade sein zu lassen, wenn es dem Verständnis der Nichtfachleute dient.

Einmal mehr ist besser

Ich halte es für eine gute Vorgehensweise das Ergebnis einer Besprechung gleich anschließend die Ergebnisse zusammen zu fassen und anschließend zu verteilen. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass es gelegentlich hilfreich ist, anschließend noch einmal (oder auch öfter) in den Fachbereich zu gehen und das Protokoll gemeinsam durchzugehen.

Man könnte natürlich sagen, dass der Aufwand zu groß wir, aber das ist in der Regel nicht der Fall. Es ist viel aufwendiger eine Umsetzung noch einmal zu überarbeiten, wenn die Anforderungen falsch bei der IT angekommen sind und so nicht das gemacht wird, was der Fachbereich benötigt.

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Joachim Lindner

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