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Mit Facebook-Gruppen in den Dialog treten
Seit einigen Monaten gibt es eine neue Funktion bei Facebook, mit der man sich in Gruppen mit anderen Nutzern austauschen kann. Ein Feature, welches einige Möglichkeiten eröffnet. Bisher erfolgt die Kommunikation weitgehend im Freundeskreis oder auf Fanpages. Mit der neuen Funktion kann man jedoch eine Gruppe zu bestimmten Themen einrichten.
Als Unternehmen macht es hier jedoch keinen Sinn ein erneutes Betätigungsfeld für die Darstellung eines Unternehmens einzurichten. Es geht vielmehr darum einen Raum für den Austausch zu schaffen. Auch hierbei spielt der Dialog die Hauptrolle und das posten von Pressemitteilungen.
Die Gruppe einzurichten ist dabei ganz einfach und kann von jedem Mitglied erfolgen. Dann muss man nur noch den Grad der Vertraulichkeit einstellen und es kann losgehen. Die Gruppen können dabei als geschlossener Kreis oder auch ganz offen agieren.
Neben den bei Facebook üblichen posten und Kommentieren von Beiträgen kann man auch in bester Wiki-Manier Dokumente erstellen und gemeinsam bearbeiten. Dazu braucht man nur oben auf der Seite den Link „Docs“ zu wählen und es öffnet sich ein Fenster mit dem man Dokumente erstellen kann.
Mit der Chat-Funktion kann man mit den „anwesenden“ Gruppenmitgliedern Chatten, also direkt in den Austausch treten. Das eignet sich natürlich um mit Freunden die Aktivitäten für das Wochenende abzustimmen, aber auch um fachliche Themen zu diskutieren. Entweder man verabredet sich oder legt einfach mit denen los, die gerade online sind.
Einen kleinen Wermutstropfen haben die Gruppen von Facebook. Nach meinen Recherchen sind maximal 250 Mitglieder möglich, was natürlich bei einem populären Thema schnell zu wenig sein kann. Weiterhin werden auch nur große Gruppen wirklich aktiv. Es bleibt also abzuwarten, ob die Grenze später noch gelockert wird.
Es sieht auch so aus, als ob die Meldungen nicht dem Edgerank unterliegen oder aber entsprechend hoch bewertet werden. Schaltet man die Meldungen aus einer Gruppe also nicht bewusst ab, werden diese immer in der Timeline der Mitglieder gepostet. Hierfür konnte ich aber keine konkrete Aussage finden.
Es lohnt sich also eine Gruppe einzurichten, aber nur wenn man sich wirklich in den Dialog eintreten möchte und die nötigen Ressourcen dafür bereit stellt.
Social Media Worker im 24/7 Einsatz?
„Das Internet schläft nie“ ist eine Aussage, die sicherlich nicht in Frage gestellt wird. Daraus kann man dann ableiten, das Unternehmen um 17:00 nicht aufhören können sich darum zu kümmern, wenn Sie Social Media Aktivitäten betreiben. Das bedeutet dann im Gegenzug, dass sich irgendwer auch danach darum kümmern muss.
Ich habe den Eindruck, dass „Irgendwer“ einfach diejenige Person ist, die irgendwelche Social Media Kanäle betreut. Man geht entweder davon aus, dass diese Personen sich einfach auch nach Feierabend darum kümmern oder man kümmert sich einfach gar nicht darum ob sich zu diesen Zeiten einer damit beschäftigt. Entweder weil man glaubt das kein Handlungsbedarf besteht oder weil man einfach nicht daran denkt.
Sich einfach außerhalb der Arbeitszeit gar nicht darum kümmern ist sicherlich die schlechteste Lösung. Das kann dann schon ziemlich nach hinten losgehen. Es gibt auch sicherlich auch Mitarbeiter, die es einfach so mitmachen. Das ist aber vielleicht eher die Ausnahme. In der Regel sind Menschen nicht einfach so bereit mehr zu tun, als im Arbeitsvertrag steht. Das ist zumindest meine persönliche Erfahrung aus vielen Gesprächen und da möchten sicherlich auch Gewerkschaft und Betriebsräte mitreden.
Wie löst man nun aber das Problem? Ich denke dass man sich irgendeine Lösung als Ausgleich überlegen muss. Das könnte z.B. eine pauschale Anrechnung von ein paar Stunden auf die Arbeitszeit sein oder ein paar freie Tage im Jahr.
Wie man das löst kann aber auch ganz anders aussehen. Jedenfalls muss man sich damit beschäftigen, wenn man mit Social Media anfängt und nicht erst nachdem etwas passiert ist und das Kind in den Brunnen gefallen ist.
Die richtigen Arbeitsmittel
Noch ein weiterer Aspekt, ist dabei zu beachten. Nach 17:00 (oder auch später) sitzt man nicht mehr im Büro am Schreibtisch. Ich kann aus eigener Erfahrung berichten, dass man ohne vernünftige mobile Geräte ziemlich auf verlorenen Posten steht.
Nun werden heutzutage in vielen Unternehmen iPad, Smartphones noch als etwas Besonderes gesehen, was eher nur den oberen Etagen zur Verfügung gestellt wird. Ich kann an diese Adresse dazu nur folgendes sagen: „Hören Sie auf mit diesem Unsinn und statten Sie einfach Ihre Mitarbeiter mit den Geräten aus, die diese für Ihre Arbeit benötigen. Punkt!“
Wer kann, der kann
Immer mehr Mitarbeiter „treiben“ sich im Netz um. Dabei spielen längst nicht mehr nur private Themen eine Rolle. Die Anzahl der „Unternehmenssprecher“ steigt. Diese Entwicklung ist nicht immer vorteilhaft für Unternehmen. Gut gemeinte Aktionen müssen nicht immer auch eine positive Auswirkung haben.
Dazu frage ich mich bei vielen auch privaten Aktivitäten bei Facebook, Twitter und Co. manchmal, ob den Autoren klar ist, was Sie gerade öffentlich von sich zur Schau stellen. Frei nach dem Motto: „Ist der Ruf erst mal ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert“. Ein lädierter Ruf schadet aber nicht immer nur der Person. Es kann vielfältige Auswirkungen auf das Unternehmen haben. Kundenbeziehungen können beschädigt werden oder eine Person wird nicht mehr als Experte anerkannt.
Sollte man nun seinen Mitarbeitern die Einstellung solcher Aktivitäten nahe legen? Sicherlich ist dies keine gute Idee, abgesehen davon, dass das nicht zulässig ist. Mitarbeiter sollen sich ja aktiv im Netz bewegen. Sie sollen sich ja mit Kunden vernetzen oder in Gruppen/Foren mit Fachleuten austauschen. Ein Trend, der sich immer mehr durchsetzen wird. Abgesehen davon wäre es sicherlich auch nicht förderlich für die Motivation der Mitarbeiter, wenn man da Einfluss nehmen wollte.
Ein Weg zur Vermeidung „falscher“ Aktivitäten ist es dem ganzen einen Rahmen zu geben . Eine Social Media Policy sollte in keinem Haus fehlen. Sie sollte aber nicht nur dazu dienen den Mitarbeitern Vorschriften zu machen. Es ist auch Empfehlenswert die Mitarbeiter aktiv zur Nutzung aufzufordern.
Eine gute Hilfestellung zur Erstellung einer eigenen Social Media Policy ist es mal bei anderen rein zu schauen. Dazu finden Sie viele gute Beispiele in der Liste von Klaus Eck.
http://klauseck.posterous.com/mehr-als-100-social-media-policy-beispiele
Eine Social Media Policy alleine macht aber noch keinen erfolgreichen Social Networker. Was oft fehlt ist Medienkompetenz, die aber dringend benötigt wird, wenn man sich erfolgreich im Netz bewegen möchte. Also führen Sie Trainings für die Mitarbeiter durch und ergänzen diese durch weitere Aktivitäten, wie z.B. Tipps die Sie im Intranet veröffentlichen.
Auch mögliche Gefahren sollten dabei nicht vergessen werden. Allerdings sollten nicht alle Beiträge mit erhobenem Zeigefinger geschrieben werden. Sonst lassen Ihre Mitarbeiter nachher aus Angst ganz die Finger davon.
Also fördern sie die Social Media Aktivitäten Ihrer Mitarbeiter und entwickeln deren Medienkompetenz. Und vertrauen Sie Ihnen. Die machen es in der Regel dann schon richtig. Es lohnt sich.
Mehr Mut zum Geben
Bei konventionellen Marketingkampagnen steht das Ziel der Maßnahmen immer ganz klar im Vordergrund. Häufig werden dabei einzelne Element auf ihre Wirksamkeit geprüft. Erkenntnisse aus der Forschung haben ihr übriges dazu getan, das die Ergebnisse oft gestimmt haben. Diese Prämisse erzeugt natürlich einen Druck, der Social Media Maßnahmen nicht bekommt. Auf diese Weise steht der eigene Nutzen zu sehr im Vordergrund.
Es stellt sich aber die Frage, ob dieser Ansatz heute noch der richtige ist, denn schließlich leben Social Media Aktivitäten im Wesentlichen davon, dass die Zielgruppe diese annimmt. Dies ist sicherlich der Fall, wenn diese einen Gewinn daraus zieht.
Ist es so nicht besser die Zielgruppe und deren Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen – und das Bedingungslos. Nur so steigt die Akzeptanz und die Nutzer werden es mit aktiver Teilnahme danken.
Das Ergebnis ist so natürlich in keinster Weise abzuschätzen. Das ist es aber auch nicht, wenn meine Ziele die Qualität verhageln. Es gehört also ein bisschen Mut dazu erst einmal nur zu geben.
Dazu gehört natürlich auch Offenheit, was mir auch hin und wieder schwer fällt. Soll ich wirklich mein geistiges Eigentum veröffentlichen, welches ich eigentlich verkaufen möchte? So ist es aber eigentlich nicht. Man wird immer nur einen Teil veröffentlichen. Es ist oft nicht wirklich etwas ohne die eigenen Gedanken oder Ausführungen. Die Veröffentlichungen aber bringen einem die Reputation, die man braucht um Kunden zu binden oder zu gewinnen.
Es gibt natürlich einige Einschränkungen für das Geben. Ich muss einfach festlegen, wie viel Zeit ich dafür nutzen kann. Das ist meiner Meinung nach die wichtigste Einschränkung.
Ich muss mir natürlich auch überlegen, ob ich neutral auch über den Wettbewerb berichte, bzw. ihm auch Raum geben. Eine schwierige Frage, aber auch hier ist Offenheit der bessere Weg.
Also mehr Mut zum Geben und zur Offenheit. Das muss ich mir allerdings auch immer wieder sagen. Aber auch wenn es schwer fällt. Es lohnt sich.
Politiker öffnet Euch dem Volk
Am Wochenende habe ich im TV wieder einigen Politikern bei Interviews oder in Gesprächsrunden zugehört. Im Grunde ändert sich nichts. Trotz sinkender Wahlbeteiligungen und teilweise dramatischer Abstürze bei der Wählergunst versuchen diese sich immer noch massiv eindeutige Aussagen zu vermeiden. Die einzigen eindeutigen Aussagen sind Beschimpfungen der Gegner.
Das ist aber meiner Meinung einer der Gründe für die immer weiter sinkende Wahlbeteiligung. Da wird zwar oft auf die Interessenlosigkeit einiger Wählerschichten geschoben, aber das ist nicht der wirkliche Grund.
Es gab immer Menschen, die überhaupt kein Interesse an der Politik und unserer Gesellschaft haben. Die Leute, die sich heute von der Politik verabschieden gehören aber nicht dazu. Diese Menschen möchten ernst genommen werden und nicht mit inhaltslosen Plattitüden beschallt werden.Social Media wäre eine gute Möglichkeit damit anzufangen. Es muss den Politikern aber ernst damit sein. Es erwartet sicherlich keiner von einem hochrangigen Politiker, dass er immer sofort auf alles eingeht, bzw. wirklich alles selber macht. Er/Sie sollte aber maßgeblich daran beteiligt sein und sich so viel wie möglich einbringen. Es muss zumindest authentisch wirken und das ist schwer, wenn man nichts selber macht.
Es ist auch nicht zu verstehen, warum Politiker diesen Kanal nicht nutzen. Es müsst doch auch schon in Politikerkreisen angekommen sein, dass Ihre Wähler schon längst dort sind. Ich glaube noch nicht mal, dass Sie bei der Nutzung betreut werden müssen. Der Wille sich ehrlich und ernsthaft mit den Wählern auseinanderzusetzen sollte eigentlich reichen. Ein Tipp hier und da wäre aber sicherlich trotzdem hilfreich. Vielleicht finden sich dazu ja auch Freiwillige interessierte Bürger.
Noch etwas zur Nutzung der neuen Medien von Politikern. Ich schreibe gelegentlich eine E-Mail an die für meinen Wahlkreis zuständigen Politiker. Die Antworten sind aber in der Regel nicht zufriedenstellen. Man merkt einfach, dass es ein Standardtext ist.
Bei gerade aktuellen Themen erhält man auch schon einmal ein vorbereitetes pdf als Antwort zurück. Das zeigt in meinen Augen ganz deutlich, dass man als Wähler nicht ernst genommen wird. Ich habe auch irgendwo gelesen, dass es auch wirksamer sein soll einen „richtigen“ Brief zu schreiben. Das möchte ich aber nicht weiter kommentieren.
Ich möchte aber den Politikern folgendes empfehlen: „Geht ins Netz, aber richtig. Nehmt mich bitte ernst.“ Die Wähler würden sich dann ernst genommen fühlen und die Wahlbeteiligung würde sicherlich wieder steigen. Aber trotzdem liebe Leser: „Geht bitte Wählen, denn nur wir Wähler haben es in der Hand“



