Category Archives: Web 2.0
Aller Anfang ist auch beim Twittern schwer.
Ich habe vor einiger Zeit, bei einer Städtetour mit Freunden, ein bisschen getwittert. Meine ersten Versuche per SmartphoneJ. Ein Freund, Küchenchef im richtigen Leben, ist dadurch Neugierig geworden. Er hat sich zu Hause Twitter gleich mal angesehen.
Er war allerdings ziemlich enttäuscht, da er nur Unsinn gefunden hat. So ist es ja nun mal auch. Ein großer Teil der Tweets ist ja auch nicht gerade interessant. Nun jedenfalls nicht gerade für die ganze Follower-Gemeinde. Das spannende ist natürlich, die Goldstücke zu finden, die einen interessieren und weiterbringen. Das ist aber eben nicht so einfach. besonders, wenn man keine Erfahrung hat.
Eine List mit Küchenchefs die Twittern (oder auch bloggen, etc) hätte meinen Freund sicher gleich einen ganz anderen Start ermöglicht. So versucht er es vielleicht gar nicht mehr. Nur wo gibt es eine solche Hilfestellung? Ich werde jedenfalls einige raussuchen und Ihn animieren, es noch mal zu suchen.
Übersichtseite mit Alphabet
Navigation oder Suche? Das ist nicht die einzige Antwort auf dem Weg zum Inhalt. Umfangreiche Themengebiete erfordern eine gut durchdachte Navigation. Man sollte dabei aber nicht außer Acht lassen, dass ungefähr die Hälfte der Nutzer überwiegend über die Suche zum Inhalt finden.
In beiden Fällen ist es nicht so einfach eine Übersicht über die Inhalte zu erhalten. Modern ist da die Tagcloud, aber es gibt auch noch das gute alte alphabetische sortierte Verzeichnis. Auf die wichtigsten Themen reduziert, ein Tool, das bei uns gut ankommt. Man sollte nur nicht versuchen alles was es nur so gibt aufzunehmen. Es wird sonst aus einer guten Idee eine riesige Liste, die dann einfach zu groß ist um noch übersichtlich zu sein.

Wir nutzen einen Index A-Z schon länger im Intranet, bei Themengebieten, die etwas umfangreicher sind. Seit kurzem gibt es nun auch einen in unserem Wiki. Die Erfahrungen im Intranet waren so gut, dass wir es jetzt auch hier versuchen möchten.
“New blog post” wird es nicht mehr geben
Bequem ist es ja schon. Man installiert ein Plugin und schon werden die neuen Beiträge automatisch bei Twitter gepostet. Ist die bequeme Lösung nun aber auch ein Gute? Man lässt sich oft zu leicht verführen den einfachen Weg zu wählen. In der Regel ist Zeit und Aufwand zu sparen aber nicht der erfolgreichste Weg. Ich denke deshalb, dass das Ziel so einem Twitter-Beitrag nicht erreicht wird. Ich habe mich nun aber entschieden dieses Plugin zu entfernen.
Der Grund für die Entscheidung ist, dass die Twitter-Meldung immer gleich aussieht. Es erscheint jedes mal „New blog post: Titel des Beitrags. „New blog post“ ist für sich erst mal keine Aussage zum Inhalt. Der Titel ist dazu nicht immer erklärend genug um den Inhalt eines Artikels zu erklären. Dazu kann man im Titel auch z.B. keine Hash-Tags unterbringen. Sieht zumindest etwas seltsam aus.
Ich werde natürlich weiterhin meine neuen Blogbeiträge twittern. In Zukunft schreibe ich diese aber angepasst an das Medium. Der Aufwand ist nur ein klein wenig größer.
Wer ist Schuld an der Zukunft?
Im Anschluss an einen Vortrag letzte Woche wurde die Frage gestellt, wo die Entwicklung in den nächsten Jahren denn so hingeht. Der Referenten äußerte daraufhin die Meinung, dass das Internet das Leitmedium wird. „In 10 Jahren gibt vielleicht keine gedruckte Zeitung mehr“, bemerkte er in seinem nächsten Satz.
Das war wohl für einige Teilnehmer zu viel. Es wurde sehr schnell von einer verarmten Gesellschaft geredet, wenn es keine gedruckten Zeitungen mehr gäbe. Mein Einwand, dass es nicht auf das Medium, sondern auf den Inhalt ankommt, änderte nicht viel an der Meinung. Es wurde, wie schon so oft, der Überbringer der Botschaft verurteilt. Und das ist eigentlich das Problem in solchen Diskussionen.
Es geht ja dabei gar nicht darum, ob wir diese Änderung wollen oder nicht. Eine Entwicklung hin zu den Online-Medien wird einfach nicht mehr aufzuhalten sein. In Zeiten von Web 2.0 kommt dann noch viel größer Änderung für die Arbeit in der Kommunikation hinzu.
Ursache für manch heftiges Reagieren ist das eigene Nutzerverhalten. Man geht einfach davon aus, dass sich alle so verhalten, wie man selbst. Das gilt natürlich auch für sehr versierte User.
Es ist also falsch über die Nachteile einer geänderten Medienlandschaft zu diskutieren. Stattdessen sollte man lieber Fragen, wie die folgenden diskutieren:
- Glauben Sie, dass wir hier Einfluss auf die Entwicklung haben?
- Informiert sich Ihre Zielgruppe in der gleiche Weise wie Sie?
- Denken Sie, dass wir unsere Arbeit nicht anpassen müssen?
- Erreichen wir alle Zielgruppen mit den gleichen Medien?
Ziel solcher Diskussionen ist es, die Teilnehmer zu animieren, sich einfach mit den neuen Medien zu beschäftigen. Denn das ist es schließlich, was wir alle machen müssen. Nur so können wir die Kommunikation für die Zukunft entwickeln.
Menschen neigen halt dazu, Informationen die Ihre Meinung bestätigen, viel stärker wahr zunehmen. Das sollte man sich selbst auch immer wieder klar machen, sonst überschätzt man schnell die ein oder andere Entwicklung.



