Enterprise 2.0
Die Potentiale der Mitarbeiter durch Enterprise 2.0 besser nutzen
Mit Enterprise 2.0 bezeichnet man im weitesten Sinne die Nutzung von Social Media Tools innerhalb von Unternehmen. Allerdings greift diese Definition für Enterprise 2.0 zu kurz. Im Grunde geht es vielmehr um die veränderte Art der Zusammenarbeit. Mitarbeiter teilen Information, bearbeiten diese gemeinsam und vernetzen sich. Enterprise 2.0 führt so zwangsläufig zu einer veränderten Unternehmenskultur.
Ein Enterprise 2.0 Unternehmen ist im Grunde auch ohne die entsprechenden Tools möglich. Was allerdings nur auf kleine Unternehmen zutrifft. Bei größeren und/oder dezentral aufgestellten Unternehmen geht es ohne die entsprechenden Tools zur Vernetzung und Zusammenarbeit nicht.
Bisher wurde Enterprise 2.0 jedoch meistens aus der Toolsicht gesehen. Aus diesem Grund starten Aktivitäten zur Einführung von Enterprise 2.0 meist mit der Bereitstellung der entsprechenden Applikationen. Dabei sind jedoch weitere Aktivitäten erforderlich um das Engagement der Mitarbeiter zu erreichen, welches für den Erfolg entscheidend ist.
Enterprise 2.0 – Die richtige Einführung
Für Enterprise 2.0 Initiativen gelten im Prinzip die gleichen Bedingungen, wie für jedes Projekt zu Einführung neuer Tools oder Change-Projekte, jedoch spielt die Motivation der Politiker eine wesentlich wichtigere Rolle. Die Einführungsszenarien müssen aus diesem Grund sorgfältig ausgewählt und durchgeführt werden.
Wichtig ist es dabei die kulturellen Gegebenheiten innerhalb eines Unternehmens zu betrachten. Je nach Ausprägung werden dabei unterschiedliche Einführungsszenarien erforderlich.
Einige Punkte die zu einer erfolgreichen Einführung von Enterprise 2,0 führen:
- Enterprise 2.0 als Effektivitäts- und Vernetzungstool und nicht als Veränderungswerkzeug für das ganze Unternehmen verkaufen. Auch wenn im weiteren Verlauf die kulturelle Veränderung immer mehr an Wichtigkeit gewinnt.
- frühzeitige und aktive Projektkommunikation
- mit Pilotprojekten in dafür offenen Bereichen starten und Erfolgsbeispiele daraus kommunizieren
- ein Sponsor in der Geschäftsleitung
- Multiplikatoren frühzeitig einbeziehen
- Nutzungsoffenheit zulassen
- Governance und Guidance
Weit mehr Informationen über die Einführung von Enterprise 2.0 finden sie im Studienpapier „Enterprise 2.0 Adoption“, welches ich maßgeblich mit erstellt habe.
Kompetenzen Enterprise 2.0 Manager
Für Einführung und Betrieb von Enterprise 2.0 Initiativen sind die unterschiedlichsten Kompetenzen der Projektleiter erforderlich. Zu Beginn sind dabei eher die Kompetenzen eines Projektleiters erforderlich, wobei Aspekte des Change-Management eine entscheidende Rolle spielen. Nach erfolgreicher Einführung ändert sich die Rolle zu der eines Community Managers. Aus diesem Grund ist es häufig erforderlich externe Beratung hinzu zu ziehen.
In der von mir erstellten Themenstudie „Enterprise 2.0 Manager – Requirements“ werden die Aufgaben von Enterprise 2.0 Projektleitern ausführlich beschrieben.
Enterprise 2.0 Systemanforderungen
Ein entscheidender Punkt für die erfolgreiche Einführung von Enterprise 2.0 ist eine positive User Experience (UX) der Nutzer und eine niederschwelliger Einstieg der Applikationen. Dazu gehören eine gute Usability, aber auch Elemente, die motivierend auf die Nutzer wirken.
Bisher wurden Enterprise 2.0 Tools häufig als Insellösung eingeführt. Dabei kommen Lösungen in Betracht, die auf dem eigenen Server installiert werden oder aber welche die man als „Software as a Service“ (SaaS) nutzen kann. Die Lösungen der verschiedenen Enterprise 2.0 Systemanbieter unterscheiden sich teilweise deutlich in Bezug auf die Usability. Es ist also auf jeden Fall zu empfehlen dieses Thema in das Pflichtenheft zur Systemauswahl aufzunehmen und Tests mit Nutzern durchzuführen, bevor man sich für ein System entscheidet.
Die Entscheidung für solche Insellösungen hat sich häufig als Nachteilig herausgestellt. Mangelende Integration in die vorhandene Systemlandschaft und fehlende Nutzerakzeptanz für „schon wieder ein neues Tool“ sind die wesentlichen Gründe dafür.
Viele Unternehmen gehen deshalb dazu über Ihr Intranet um Enterprise 2.0 Komponenten zu erweitern. So wird die Einführung eher als evolutionärer Prozess empfunden und die Integration in andere vorhandene Systeme kann gleich zu Beginn in Betracht gezogen werden. Auch in diesem Fall sind Usability-Tests erforderlich, damit es nicht zu negativen Erfahrungen der Nutzer durch eine zu hohe Einstiegsschwelle kommt.
Beispiele aus der Praxis
Eine gute Sammlung mit Beispielen aus der Praxis bietet die Webseite http://www.e20cases.org/. Darunter befindet sich auch eines meiner Projekte zur Einführung eines Wikis.
Einen guten Querschnitt aktueller Beispiele aus der Praxis bieten auch die folgenden Konferenzen:




