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Ein paar Gedanken zum IBM JamCamp 2011

Zurück vom IBM JamCamp möchte ich doch gleich meine Eindrücke festhalten. Eines wird mir bei solchen Veranstaltungen immer klarer; Social Media ist im Mainstream irgendwie angekommen. Was für sich jetzt auch keine neue Erkenntnis ist. Besonders im Web gibt es ja kaum jemanden, der nicht Facebook, Youtube oder andere Portale nutzt.

In Unternehmen wächst dabei immer mehr das Bedürfnis an den Potentialen zu partizipieren. Selbst mittelständige Unternehmen, wie Sennheiser nutzen die sozialen Medien innerhalb und außerhalb des Unternehmens, wie uns an beiden Tagen demonstriert wurde. Wobei man Sennheiser wohl eher nur von der Mitarbeiterzahl ein mittelständiges Unternehmen bezeichnen kann. Von der Bekanntheit und Globalität kann es wohl bei den ganz Großen mitspielen.

Mir wird aber auch immer bewusster, dass obwohl die Nutzungszahlen schon teilweise extrem beeindrucken sind, wir gerade erst am Anfang stehen. Das merkt man daran, dass Unternehmen, die das „neue Web“ beherrschen immer noch Leuchttürme sind. Der Kulturwandel hat jedoch gerade erst begonnen. Im Austausch mit Freunden schon wirklich angekommen, sind die Auswirkungen auf viele Geschäftsfelder noch kaum zu spüren.

Crowdsourcing ist dabei ein spannendes Thema, wie der Vortrag von Claudia Pelzer gezeigt hat. Es funktioniert sicherlich sehr gut, wenn es nur von wenigen Unternehmen genutzt wird. Was passiert aber damit, wenn es sich wirklich als Businessmodell durchsetzt. Wenn also die Massen das nutzen. Gunter Dück hat das in seinem sehr Amüsanten Vortrag auch eher kritisch gesehen.

Mittler, als die man z.B. Agenturen sehen kann, werden vielleicht dann gar nicht mehr benötigt. Jetzt kann man vielleicht das „ganzheitliche Konzept“ anführen, was diese ja erstellen. Das kann so ein Designer natürlich nicht liefern. Aber auch das kann man ja durch Crowdsourcing einkaufen. Man muss sich aber auf jeden Fall mit der Thematik auseinandersetzen und sehen, wie man für seine Kunden zukünftig noch Mehrwert schaffen kann.

Was bedeutet das aber z.B. für die Designer. Zunächst ist es ja immer ein Wettbewerb. Man muss also zunächst etwas tun, um sich beteiligen zu können. Das ist dann aber für die meisten Teilnehmer ohne Ergebnis, da ja nur die Besten etwas dafür erhalten. Für die Guten ist das dabei kein Problem. Die werden immer wieder zu den Gewinnern gehören. Das Mittelfeld kommt dabei wahrscheinlich auch noch gut weg, da die Guten ja nicht alles machen können. Die Designer, die aber nur meinen, dass sie gut sind, werden aber wohl kaum einmal gewinnen und damit die Verlierer werden.

Der Wettbewerb wird aber insgesamt wohl generell offener und härter. Das trifft auch für die Mitarbeiter in Unternehmen zu. Diejenigen die viel und gut kommunizieren, werden einfach mehr wahrgenommen und dadurch wohl auch gefragter werden. Es wird sicherlich dabei zukünftig Positionen geben, die sehr hoch angesiedelt sind und gut bezahlt werden, aber ohne Personalverantwortung sind.

Was bedeutet das dann für Unternehmen und uns Menschen. Die Möglichkeiten, aber auch der Leistungsdruck wird größer. Man kann sich nicht mehr auf dem einmal erreichten ausruhen. Man kann nur wirklich bestehen, wenn man sich immer weiter entwickelt. Dies wird durch die immer schneller werdende Entwicklung und durch den offenen Wettbewerb nicht mehr zu vermeiden sein.

Sich Dagegen wehren hilft wohl wenig, denn die Entwicklung nimmt darauf wenig Rücksicht. Dann gehört man unter Umständen noch schneller zu den Verlierern, als man aus heutiger Sicht glauben mag. Das war allerdings schon immer so. Schließlich war es auch mal kein so erfolgreiches Geschäftsmodell mehr zu Hause einen eigenen Webstuhl zu betreiben, was nur ein Beispiel ist.

Allerdings entstehen durch solche Entwicklungen auch Chancen, die zurzeit in fast unbegrenzter Zahl vorhanden sind. Für mich ist es deshalb eine extrem spannende Dekade. Es sind allerdings zurzeit noch viele Menschen nicht in der Lage diese Chance zu nutzen.

Heute Morgen habe ich z.B. igestern gelesen, dass nahezu 75% der Menschen im Tschad Analphabeten sind. Das heißt, dass mindestens drei Viertel überhaupt nicht in der Lage sind mitzumachen. Vom restlichen Viertel der größte Teil wahrscheinlich eher auch nicht. Das bedeutet also dass ganze Länder nicht mitmachen können. Vielleicht ist der Chad wirtschaftlich nicht so interessant, aber sollte es trotzdem so bleiben? Ist das wirklich gut für unsere Welt.

Wie sieht es dann mit hoch entwickelten Ländern, wie z.B. Deutschland aus. Sicherlich kann hier fast jeder „Internet“, aber unser Bildungssystem ist immer noch darauf ausgelegt vorgegebene Inhalte zu Pauken und bei einer Prüfung vorzeigen zu können. Informelles Lernen, was eine unabdingbare Voraussetzung ist, um bei diesen Anforderungen zu bestehen, ist meist kein Thema. Kollaborative zusammen zu arbeiten und dafür auch noch gemeinschaftlich bewertet zu werden, schon einmal gar nicht.

Was sind also die gesellschaftlichen Herausforderungen, die daraus bestehen? Ich denke es ist dringend erforderlich, dass unser Bildungssystem darauf ausgelegt wird, dass junge Menschen lernen sich ständig weiter zu entwickeln und mit anderen ohne Egoismus zusammen zu arbeiten. Sie werden dabei schnell feststellen, dass es auch viele Spaß macht.

Was ist nun aber mit denen aus, die schon aus dem Bildungssystem herausgewachsen sind? Meiner Meinung nach haben die Arbeitgeber, die Verantwortung Ihre Mitarbeitern Social Media Kompetenz zu vermitteln, schließlich profitieren Sie auch am meisten davon. Es kann schließlich viel angerichtet werden, wenn man die falschen Dinge im Internet macht, nur weil man es nicht besser weiß. Mit der richtigen Kompetenz entsteht aber viel Positives.

Dabei hilft es sehr, wenn man die sozialen Medien auch in einem Unternehmen nutzt. So kann man intern lernen, was man extern benötigt. Ich denke auch, dass es schwierig ist extern gut in den sozialen Medien zu sein, wenn man intern nicht die Kultur dazu hat. Dazu benötigen die Unternehmen auch Enterprise 2.0, um bei den heutigen und noch mehr bei den zukünftigen Anforderungen zu bestehen.

Eine Aufgabe hätte ich dabei auch noch für die Medien. Bitte hört doch einfach auf immer nur über die „schreckliche Gefahr“ des Internets zu berichten. Nicht dass es diese auch gibt und diese natürlich auch bekämpft werden muss, aber es gibt auch viel mehr positive Chance und diese muss unsere Gesellschaft nutzen um bestehen zu können. Also bitte nicht mehr das Internet als Feind darstellen sonder als forderndes Medium mit vielen Chancen – für einzelne Personen und Unternehmen.

Das IBM JamCamp war jedenfalls eine gute Veranstaltung und ich hatte viele Gelegenheiten mit anderen Teilnehmern zu diskutieren. Es hat mir aber auch wieder deutlich gemacht, dass wir in einem Transitionsprozess leben, der ganz ordentliche Anforderungen an uns stellt, wenn man diese annimmt und sich darauf einstellt aber auch viele Potentiale birgt.

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Strenge Hierarchie gefährdet Unternehmen

Bei den vielen Nachrichten um die furchtbare Atomkatastrophe ist auch oft von der japanischen Kultur die Rede. Vielfach scheint es so zu sein, dass die aufrichtige Äußerung der eigenen Meinung als problematisch/unmöglich gesehen wird. Ein kritischer Kommentar gegenüber einem Vorgesetzten oder anderen übergeordneten Personen geht wohl gar nicht. Die streng hierarchische Kultur lässt das nicht zu.

Wen man sich mit Enterprise 2.0 und der damit verbundenen Kultur beschäftigt, fragt man sich, ob das in Japan überhaupt funktionieren kann. Diese Aussage aus einem Artikel der Zeit bestätigt für mich diese Annahme: „»Solche Fragen stellt man seinen Vorgesetzten in Japan nicht«, sagt Hollingsworth. Das bestätigen auch IAEA-Experten: »Die viel gerühmte Sicherheitskultur der Japaner hat eine Grenze, und das ist die Hierarchie.«“

Noch schlimmer! Es zeigt, dass streng hierarchisches Vorgehen ein Unternehmen zerstören oder zu noch viel schrecklicheren Ergebnissen führen kann. Das Handeln vor der Katastrophe erinnert hierbei auch sehr an das Handeln von BP im Golf. Auch dort wussten die Mitarbeiter von den Problemen und hatten im Unternehmen keine Stimme.

So etwas sollte in Zukunft nicht mehr möglich sein. Zum Einen, weil viel mehr Menschen außerhalb der Unternehmen über Social Media eine Stimme haben. Zum Anderen, weil die Nutzung derselben Mechanismen innerhalb der Unternehmen dazu führen, dass die Mitarbeiter mitreden können. Es fragt sich natürlich wie lange das in Japan dauert.

Es hat sich schon vielfach gezeigt, dass Unternehmen, die Enterprise 2.0 nutzen erfolgreicher werden. Daraus kann man meiner Meinung nach schließen, dass Unternehmen die sich nicht den Mitarbeitern öffnen und das gemeinsame Arbeiten fördern im Nachteil sein werden. Kann man nun daraus schließen, dass ein Land, wie Japan, zukünftig im Wettbewerb der Volkswirtschaften schlechter abschneiden wir? Einfach weil die Kultur es nicht zulässt? Ich könnte mir das gut vorstellen.

Schrecklich ist es nur, dass diese Kultur unter Umständen an der Katastrophe schuld ist. Ich wünsche jedenfalls allen Menschen in Japan, dass die Auswirkung doch noch irgendwie begrenzt bleiben. Es macht mich auf jeden Fall sehr traurig.

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Führung? Ja bitte!

Gegenwind für Enterprise 2.0 Projekte entsteht häufig durch die Angst vor Kontrollverlust. Ist es aber wirklich so, dass es auf einen Kontrollverlust hinausführt, wenn man die Mitarbeiter stärker an unternehmerischen Diskussionen beteiligt. Der Beitrag „Wir wollen regiert werden“ des Blogs enterprise2punkt0.at hat mich dazu gebracht wieder einmal darüber nachzudenken.

Sicherlich ist es so, dass viele Themen durch den Einsatz von Enterprise 2.0 demokratischer werden. So kommunizieren Mitarbeiter, am Vorgesetzten vorbei, mit Kollegen aus anderen Abteilungen und äußern sich öffentlich zu Themen, die der Unternehmensführung zuzuordnen sind.

Das haben Sie in gewissem Umfang aber auch schon immer getan. Der Vorgesetzte hat davon jedoch häufig nichts mitbekommen. Mit Enterprise 2.0 geschieht dies jedoch offen. Der Vorgesetzte muss nur Teil der Community sein. Er bekommt so alles mit und kann sich jederzeit dazu äußern. Das sieht für mich eigentlich eher nicht nach Kontrollverlust aus.

Wie Michael Holakovsky in seinem Beitrag schreibt möchten die Mitarbeiter regiert werden. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Zumindest trifft das auf die Meisten zu. Sie möchten das Ziel kennen und fühlen sich meistens wohler, wenn die Rahmenbedingungen festgelegt sind. Viele verlangen auch nach mehr Führung. Das ist je nach Typ unterschiedlich.

Dies trifft nicht nur für das ganze Unternehmen zu, sondern sollte sich auch in jeder Abteilung wiederspiegeln.

Die wirklich wichtigen Entscheidungen sollten also nach wie vor von Unternehmensleitung und Führungskräften getroffen werden. In Zeiten von Enterprise 2.0 sollte das allerdings unter Einbeziehung der Mitarbeiter erfolgen. Man sollte also gut zuhören und die Äußerungen auch ernst nehmen. Diese sollten aufgenommen werden, wenn es Sinnvoll ist. Zumindest eine Antwort wird da sicherlich erwartet. Mitarbeiter danken Kommunikation auf Augenhöhe.

Innerhalb eines Korridors sollte man die Mitarbeiter aber dann auch selbstständig arbeiten lassen. Die Mitarbeiter fühlen sich dann wohler und danken es mit Motivation. Die Vorteile von Enterprise 2.0 kommen auch nur dann voll zum Tragen. Es überfordert dazu auch jeden Manager, sich um zu viele Details zu kümmern.

PS: Mit „der Vorgesetzte“ sind natürlich auch weibliche Führungskräfte gemeint

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Private Nutzung des PC im Unternehmen ist gut

Die private Nutzung eines PC ist vielen Arbeitgebern ein Dorn im Auge. Dabei ist es nicht nachteilig Mitarbeitern dies zu gestatten. Es gibt einige Gründe hier etwas kulanter zu sein.

  • Man muss ab und zu einmal aus seiner Tätigkeit „auftauchen“ damit der Kopf wieder frei wird. Zwischendurch mal kurz private E-Mails zu checken macht den Kopf wieder frei, um danach wieder effektiver weiter zu machen.
  • Kleine Zugeständnisse an die Mitarbeiter fördern die Motivation. Die Leistung für ein Unternehmen wird dadurch meistens besser.
  • Hilfst Du mir, helf ich Dir. Beim nächsten mal, wenn man fragt, wer mal länger bleiben kann oder mal abends einen Artikel schreibt, findet man vielleicht eher einen Freiwilligen.
  • Private und geschäftliche Nutzung sind schon heute oft nicht mehr zu trennen. Auf dem privaten Austausch über Facebook während der Arbeitszeit, folgt am Wochenende die Diskussion mit dem Kunden in Xing.
  • Durch die private Nutzung bildet sich Medienkompetenz. Die Erfahrung die man mit dem privaten Twitter-Account sammelt, kann dann sehr gut für das Unternehmen eingesetzt werden.

Man sollte also die private Nutzung während der Arbeitszeit ruhig dulden, denn in der Regel profitiert man davon. Man braucht auch keine Angst vor exzessiver Nutzung zu haben. Zum einen sollte der direkte Vorgesetzte das merken und rechtzeitig eingreifen. Zum anderen ist dies selbst bei der Freigabe nicht zulässig, wie das Urteil des Landesarbeitsgerichts Niedersachsen jetzt entschieden hat. Mehr Informationen dazu im Artikel des Kölner Stadtanzeigers:
Kündigung wegen privater PC-Nutzung

Selbst wenn man den ein oder anderen Fall zu häufiger Nutzung hat, sollte man lieber an diesen arbeiten, als allen Mitarbeitern, und damit auch dem Unternehmen, einen Nachteil verschaffen.

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ECM Summit 2010 – der erste Tag

Multi-Channel Marketing war das Thema des ersten Tages. Zusätzlich zur eigenen Webseite spielen dabei soziale Medien eine immer größere Rolle. Spannende Aktivitäten bieten auch interaktive Plakatwände und Schaufenster. Kunden können so mit Marken gleich vor Ort interagieren. Bisher werden jedoch Medien, wie TV, Radio und Print immer noch bedient.

Kampagnen über alle Medien erreicht so eine Komplexität, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Projektleiter müssen in der Lage sein auf diesem „Klavier“ spielen zu können. Eine Anforderung, die Generalisten erfordert, die über jedes Medium zumindest soweit Bescheid wissen, um mit den Experten ein ganzheitliches Konzept zu erstellen. Sicherlich ein Profil, welches noch nicht so oft zu finden ist.

Eine weitere Anforderung ist es über alle Medien konsistent zu kommunizieren. Das heißt, alle Projektmitglieder sind informiert und agieren so im Sinne der gesamten Kampagne. Social Media Tools sind dabei eine Möglichkeit die Zusammenarbeit der beteiligten Disziplinen optimal zu vernetzen.

Veranstaltungen zum Thema Content Management muss natürlich auch die Frage stellen, welche Rolle CMS Systeme bei einer Multi-Channel-Kampagne spielen. Inhalte für eine Webseite müssen jedoch anders erzeugt werden als z. B. für Print oder für Soziale Medien. Auf der Website wird vielleicht eher Konservativ und in der Sie-Form geschrieben und auf Facebook locker und mit du kommuniziert.

Diskutiert wurden 2 Ansätze. Die eine Möglichkeit ist es die Webseite nach wie vor im Content Management System zu bearbeiten und die anderen Kanäle gleich in den relevanten Applikation zu bearbeiten. Ein anderer Ansatz ist es alle Varianten im CMS abzulegen und von dort an die unterschiedlichen Median auszuliefern. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass es viel einfacher ist über verschiedene Medien konsistent zu kommunizieren.

Gleich welche Tools und Varianten man für Multi-Channel-Kampagnen nutzt, es wird komplizierter. Neue Möglichkeiten und die Vernetzung der Kanäle bieten aber auch viel Raum für Kreativität.

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