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Strenge Hierarchie gefährdet Unternehmen
Bei den vielen Nachrichten um die furchtbare Atomkatastrophe ist auch oft von der japanischen Kultur die Rede. Vielfach scheint es so zu sein, dass die aufrichtige Äußerung der eigenen Meinung als problematisch/unmöglich gesehen wird. Ein kritischer Kommentar gegenüber einem Vorgesetzten oder anderen übergeordneten Personen geht wohl gar nicht. Die streng hierarchische Kultur lässt das nicht zu.
Wen man sich mit Enterprise 2.0 und der damit verbundenen Kultur beschäftigt, fragt man sich, ob das in Japan überhaupt funktionieren kann. Diese Aussage aus einem Artikel der Zeit bestätigt für mich diese Annahme: „»Solche Fragen stellt man seinen Vorgesetzten in Japan nicht«, sagt Hollingsworth. Das bestätigen auch IAEA-Experten: »Die viel gerühmte Sicherheitskultur der Japaner hat eine Grenze, und das ist die Hierarchie.«“
Noch schlimmer! Es zeigt, dass streng hierarchisches Vorgehen ein Unternehmen zerstören oder zu noch viel schrecklicheren Ergebnissen führen kann. Das Handeln vor der Katastrophe erinnert hierbei auch sehr an das Handeln von BP im Golf. Auch dort wussten die Mitarbeiter von den Problemen und hatten im Unternehmen keine Stimme.
So etwas sollte in Zukunft nicht mehr möglich sein. Zum Einen, weil viel mehr Menschen außerhalb der Unternehmen über Social Media eine Stimme haben. Zum Anderen, weil die Nutzung derselben Mechanismen innerhalb der Unternehmen dazu führen, dass die Mitarbeiter mitreden können. Es fragt sich natürlich wie lange das in Japan dauert.
Es hat sich schon vielfach gezeigt, dass Unternehmen, die Enterprise 2.0 nutzen erfolgreicher werden. Daraus kann man meiner Meinung nach schließen, dass Unternehmen die sich nicht den Mitarbeitern öffnen und das gemeinsame Arbeiten fördern im Nachteil sein werden. Kann man nun daraus schließen, dass ein Land, wie Japan, zukünftig im Wettbewerb der Volkswirtschaften schlechter abschneiden wir? Einfach weil die Kultur es nicht zulässt? Ich könnte mir das gut vorstellen.
Schrecklich ist es nur, dass diese Kultur unter Umständen an der Katastrophe schuld ist. Ich wünsche jedenfalls allen Menschen in Japan, dass die Auswirkung doch noch irgendwie begrenzt bleiben. Es macht mich auf jeden Fall sehr traurig.
Führung? Ja bitte!
Gegenwind für Enterprise 2.0 Projekte entsteht häufig durch die Angst vor Kontrollverlust. Ist es aber wirklich so, dass es auf einen Kontrollverlust hinausführt, wenn man die Mitarbeiter stärker an unternehmerischen Diskussionen beteiligt. Der Beitrag „Wir wollen regiert werden“ des Blogs enterprise2punkt0.at hat mich dazu gebracht wieder einmal darüber nachzudenken.
Sicherlich ist es so, dass viele Themen durch den Einsatz von Enterprise 2.0 demokratischer werden. So kommunizieren Mitarbeiter, am Vorgesetzten vorbei, mit Kollegen aus anderen Abteilungen und äußern sich öffentlich zu Themen, die der Unternehmensführung zuzuordnen sind.
Das haben Sie in gewissem Umfang aber auch schon immer getan. Der Vorgesetzte hat davon jedoch häufig nichts mitbekommen. Mit Enterprise 2.0 geschieht dies jedoch offen. Der Vorgesetzte muss nur Teil der Community sein. Er bekommt so alles mit und kann sich jederzeit dazu äußern. Das sieht für mich eigentlich eher nicht nach Kontrollverlust aus.
Wie Michael Holakovsky in seinem Beitrag schreibt möchten die Mitarbeiter regiert werden. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Zumindest trifft das auf die Meisten zu. Sie möchten das Ziel kennen und fühlen sich meistens wohler, wenn die Rahmenbedingungen festgelegt sind. Viele verlangen auch nach mehr Führung. Das ist je nach Typ unterschiedlich.
Dies trifft nicht nur für das ganze Unternehmen zu, sondern sollte sich auch in jeder Abteilung wiederspiegeln.
Die wirklich wichtigen Entscheidungen sollten also nach wie vor von Unternehmensleitung und Führungskräften getroffen werden. In Zeiten von Enterprise 2.0 sollte das allerdings unter Einbeziehung der Mitarbeiter erfolgen. Man sollte also gut zuhören und die Äußerungen auch ernst nehmen. Diese sollten aufgenommen werden, wenn es Sinnvoll ist. Zumindest eine Antwort wird da sicherlich erwartet. Mitarbeiter danken Kommunikation auf Augenhöhe.
Innerhalb eines Korridors sollte man die Mitarbeiter aber dann auch selbstständig arbeiten lassen. Die Mitarbeiter fühlen sich dann wohler und danken es mit Motivation. Die Vorteile von Enterprise 2.0 kommen auch nur dann voll zum Tragen. Es überfordert dazu auch jeden Manager, sich um zu viele Details zu kümmern.
PS: Mit „der Vorgesetzte“ sind natürlich auch weibliche Führungskräfte gemeint
Private Nutzung des PC im Unternehmen ist gut
Die private Nutzung eines PC ist vielen Arbeitgebern ein Dorn im Auge. Dabei ist es nicht nachteilig Mitarbeitern dies zu gestatten. Es gibt einige Gründe hier etwas kulanter zu sein.
- Man muss ab und zu einmal aus seiner Tätigkeit „auftauchen“ damit der Kopf wieder frei wird. Zwischendurch mal kurz private E-Mails zu checken macht den Kopf wieder frei, um danach wieder effektiver weiter zu machen.
- Kleine Zugeständnisse an die Mitarbeiter fördern die Motivation. Die Leistung für ein Unternehmen wird dadurch meistens besser.
- Hilfst Du mir, helf ich Dir. Beim nächsten mal, wenn man fragt, wer mal länger bleiben kann oder mal abends einen Artikel schreibt, findet man vielleicht eher einen Freiwilligen.
- Private und geschäftliche Nutzung sind schon heute oft nicht mehr zu trennen. Auf dem privaten Austausch über Facebook während der Arbeitszeit, folgt am Wochenende die Diskussion mit dem Kunden in Xing.
- Durch die private Nutzung bildet sich Medienkompetenz. Die Erfahrung die man mit dem privaten Twitter-Account sammelt, kann dann sehr gut für das Unternehmen eingesetzt werden.
Man sollte also die private Nutzung während der Arbeitszeit ruhig dulden, denn in der Regel profitiert man davon. Man braucht auch keine Angst vor exzessiver Nutzung zu haben. Zum einen sollte der direkte Vorgesetzte das merken und rechtzeitig eingreifen. Zum anderen ist dies selbst bei der Freigabe nicht zulässig, wie das Urteil des Landesarbeitsgerichts Niedersachsen jetzt entschieden hat. Mehr Informationen dazu im Artikel des Kölner Stadtanzeigers:
Kündigung wegen privater PC-Nutzung
Selbst wenn man den ein oder anderen Fall zu häufiger Nutzung hat, sollte man lieber an diesen arbeiten, als allen Mitarbeitern, und damit auch dem Unternehmen, einen Nachteil verschaffen.
ECM Summit 2010 – der erste Tag
Multi-Channel Marketing war das Thema des ersten Tages. Zusätzlich zur eigenen Webseite spielen dabei soziale Medien eine immer größere Rolle. Spannende Aktivitäten bieten auch interaktive Plakatwände und Schaufenster. Kunden können so mit Marken gleich vor Ort interagieren. Bisher werden jedoch Medien, wie TV, Radio und Print immer noch bedient.
Kampagnen über alle Medien erreicht so eine Komplexität, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Projektleiter müssen in der Lage sein auf diesem „Klavier“ spielen zu können. Eine Anforderung, die Generalisten erfordert, die über jedes Medium zumindest soweit Bescheid wissen, um mit den Experten ein ganzheitliches Konzept zu erstellen. Sicherlich ein Profil, welches noch nicht so oft zu finden ist.
Eine weitere Anforderung ist es über alle Medien konsistent zu kommunizieren. Das heißt, alle Projektmitglieder sind informiert und agieren so im Sinne der gesamten Kampagne. Social Media Tools sind dabei eine Möglichkeit die Zusammenarbeit der beteiligten Disziplinen optimal zu vernetzen.
Veranstaltungen zum Thema Content Management muss natürlich auch die Frage stellen, welche Rolle CMS Systeme bei einer Multi-Channel-Kampagne spielen. Inhalte für eine Webseite müssen jedoch anders erzeugt werden als z. B. für Print oder für Soziale Medien. Auf der Website wird vielleicht eher Konservativ und in der Sie-Form geschrieben und auf Facebook locker und mit du kommuniziert.
Diskutiert wurden 2 Ansätze. Die eine Möglichkeit ist es die Webseite nach wie vor im Content Management System zu bearbeiten und die anderen Kanäle gleich in den relevanten Applikation zu bearbeiten. Ein anderer Ansatz ist es alle Varianten im CMS abzulegen und von dort an die unterschiedlichen Median auszuliefern. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass es viel einfacher ist über verschiedene Medien konsistent zu kommunizieren.
Gleich welche Tools und Varianten man für Multi-Channel-Kampagnen nutzt, es wird komplizierter. Neue Möglichkeiten und die Vernetzung der Kanäle bieten aber auch viel Raum für Kreativität.




