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Einen einfachen Weg schaffen
Madeira ist eine Insel, bei der es ständig rauf und runter geht. Häufig steigt es gleich aus dem Wasser mehrere hundert Meter an. Die ganze Insel bildet so immer wieder eine atemberaubende Kulisse, welche überall mit wunderschönen Blumen garniert wird.
Das hört sich jetzt nicht so an, als ob man die Insel so einfach zu Fuß erschließen kann. Da die Insel bei nur 40 Km Breite auf bis zu 1900 Meter ansteigt hört sich das Ganze eher nach alpinen Bergsteigen an.
Doch ganz im Gegenteil, durch die überall vorhandenen Bewässerungskanäle kann man die Insel ganz ohne Anstrengung erwandern. Die sogenannten Levadas haben alle neben dem eigentlichen Kanal einen Fußweg, der kein merkbares Gefälle hat. Man kann stundenlang eine wunderschöne Landschaft ganz einfach erwandern, und das obwohl es eigentlich um einen herum ständig rauf oder runter geht.
Im Grunde entsprechen die steilen Berge der Informationslandschaft eines Unternehmens. Die Information zu finden ohne die geeigneten Hilfsmittel zu haben ist nur schwer möglich. Unternehmen müssen also, den Bewässerungskanälen gleich, „einfache Pfade“ bauen, die es den Mitarbeitern ermöglichen, die richtigen Informationen ohne Anstrengung zu finden.
In der Regel ist die Suche das Mittel welches häufig von den Mitarbeitern gewählt wird. Die Suche muss also Leistungsfähig sein und nach dem ersten Aufruf müssen die Ergebnisse weiter durch Filter einzugrenzen sein. So findet der Mitarbeiter schnell was er sucht.
Ein weiteres probates Mittel ist die personalisierte Einstiegsseite für das Intranet. Über Filter sollte im besten Fall nur die Information beim User ankommen, die für Ihn relevant sind. Die Filter werden dabei am besten durch den Mitarbeiter selber definiert. Denn der weiß am besten, was zu seinen Aufgaben passt.
Muss ein Intranet einen Namen haben?
Während des Intranet Summit 2010 habe ich an einer Arbeitsgruppe zum Thema Motivation teilgenommen. “Sollte ein Intranet einen Namen haben” war einer der Punkte, die wir diskussiert haben. Es herrschte schnell Einigkeit darüber, dass es von Vorteil wenn Intranets einen guten Namen haben. Die Mitarbeiter an der Namensfindung zu beteiligen, wurde dabei als positives Beispiel bewertet.
Ein Mitglied der Gruppe hatte uns diesen Prozess in seinem Unternehmen beschrieben. Als Ergebnis dieses Prozesses fand man auch einen schönen Namen. Der Name des Unternehmens wurde ein bisschen verkürzt und um den Begriff scope (xxxxscop) ergänzt. Die Verwendung des Namens wurde jedoch leider nicht möglich. Der Branding-Verantwortliche war dagegen. Heute heißt das Intranet einfach „Intranet“. Eine Entscheidung, die nicht gerade zum Erfolg des Intranets beiträgt.
Das ist ja, wie wenn man seinen Hund “Hund nennt, war mein Kommentar bei der Präsentation der Gruppenergebnisse. Über Twitter ging der Kommentar dann gleich hinaus in die Twitter-Welt und es kam auch prompt die Antwort: Das ist ja so, wie wenn man sein Telefon Fred nennt.
Meiner Meinung nach ist es nicht das Gleiche ist. Die Mitarbeiter sollten bei einem Intranet den Eindruck haben, dass es Ihres ist. Dies ist über einen Namen wesentlich einfacher, denn es kommt eine emotionale Komponente hinzu. Die Mitarbeiter bauen natürlich eine noch höhere Bindung auf, wenn Sie an der Namensfindung beteiligt werden. Und ein schöner Name hört sich auch in einem Gespräch darüber viel besser an.
Intranet Summit 2010 – Tag 2
Branding war das Thema der Keynote des zweiten Tages. Bei externer Kommunikation immer ein Thema, aber intern wird es oft vernachlässigt. Es ist aber wichtig auch im Intranet die Marke und die damit verbundenen Werte stärker in den Vordergrund zu stellen. Schließlich sind die Mitarbeiter die Botschafter der Marke. Das Intranet ist der beste Platz diese Botschafter zu entwickeln.
Das Beispiel der Wiener Stadthalle zeigt, dass man auch mit 250 Mitarbeitern sinnvoll ein Intranet betreiben kann. Das Intranet startet dort gleich, wenn man den PC startet und die Zeiterfassung erfolgt auch gleich darüber. Leichter bekommt man die Mitarbeiter nicht ins Intranet.
Hubert Burda steht voll hinter seinem Intranet und möchte auch, dass seine Mitarbeiter mitmachen. So sollte es eigentlich immer sein. Nur so bekommt das Intranet seinen richtigen Stellenwert.
Immer mehr Intranets werden zum zentralen Portal, das als Einstieg in viele Unternehmensprozessen dient. Vor einigen Jahren waren sich fast alle Intranets ähnlich. Das hat sich heute deutlich geändert. Die Intranets unterscheiden sich nun, was aber auch richtig ist. Die Unternehmen haben unterschiedliche Bedürfnisse und somit unterschiedliche Ansprüche an Ihr Intranet.
Das Thema Intranet bleibt also spannend.
Intranet Summit 2010 – Tag 1
Intranets werden spannend – Ein Zitat des ersten Tages ist auch gleich eine gute Zusammenfassung. Die Zeiten, in denen Intranets eine einfache Informationsplattform gewesen sind, neigen sich wohl dem Ende entgegen.
Immer mehr Intranets unterstützen Geschäftsprozesse und werden damit unverzichtbar für den Erfolg der Unternehmen. Idealerweise unterscheidet der Mitarbeiter nicht mehr zwischen dem Intranet und seinem Arbeitsplatz. Das Intranet ist einfach sein Einstieg. Er findet dort alles, was er zur Erledigung seiner Aufgaben benötigt.
Ob Reisanträge oder Prozessdokumentation, das Intranet ist der zentrale Anlaufpunkt für die Erledigung dieser Aufgaben. Die Prozesse werden schneller und Daten immer effektiver genutzt. Das stellt immer mehr Anforderungen an den Intranetmanager.
Es reicht nicht mehr sich nur mit Inhalten und deren Erstellung zu beschäftigen. Es wird wieder wichtiger sich mit der Technik auseinander zu setzen. Die Komplexität macht dies erforderlich.
Weiterhin wurde über die Position in der Hierarchie des Unternehmens diskutiert. Bisher sind die meisten Intranetmanager in der Unternehmenskommunikation oder IT-Abteilung angesiedelt. Deren Verantwortung erstreckt sich aber nur über einen Teil der Anwendungen. Die Strategieabteilung der Unternehmen wäre eher der richtige Platz um diese Aufgabe zu verantworten. Dies war zumindest die Meinung vieler Teilnehmer.
Usability Kongress 2009 – Teil 2
Viele Interessante Vorträge gab es zu hören beim Usability Kongress 2009. Hier die Zusammenfassung einiger Vorträge, die ich besucht hatte.
360° Analytics – Moustracking und Webmonitoring zur Usability-Optimierung – Prof. Dr. Gensch, Buisiness Intelligence Group
Natürlich möchte man gerne wissen, was die Nutzer der eigenen Webseite da so alles treiben. Nicht aus Neugier, sondern um diese Informationen zur Optimierung der Site zu nutzen. Obwohl es schon auch Spaß macht einen User dabei zu beobachten. Die Software m-Pathy erlaubt diese Einblicke.
Ungefähr ein Drittel der User verfolgt die gerade erfassten Inhalte einer Webseite auch mit der Maus. Diese Bewegungen kann man nun erfassen. Verdichtet zu einer Heatmap erhält man so zeitnah eine Übersicht über die Nutzung der Inhalte. Auf diese Weise kann man sehr einfach kontinuierlich optimieren und über die direkte Rückmeldung schnell zu einem optimalen Ergebnis kommen.
Usability und Konversionmanagement – Monia Schumacher – Maxymiser LTD
Vorgestellt wurde eine Lösung, die es ermöglicht eine Webseite in Boxen aufzuteilen. Diese Boxen können dann über das Tool mit verschiedenen Inhalten gefüllt werden. Diese werden dann ständig ausgetauscht. So kann eine Seite in den verschiedensten Kombinationen testen und die optimale Version ermitteln.
Laut Aussage von Frau Schumacher wetten Sie oft mit Ihren Kunden, welche nun die erfolgreichste Variante ist. Bis jetzt war es immer eine Variante, an die keiner Gedacht hatte. Daran sieht man sehr gut, dass Testen immer noch der beste Weg ist um eines Webseite optimal zu gestalten. Man ist wahrscheinlich immer durch das eigenen Verhalten zu sehr geprägt, um sich in alle User hinein versetzen zu können.
Mental Model – Basis für eine Nachhaltige Informationsarchitektur – Karen Lindemann, Netflow -Usabuility Consulting
In einer Befragung wurden Firmen und User über die Qualität von Webseiten gefragt. 80% der Firmen beurteilten Ihre Webseite als Gut, aber nur 8% der User kamen zum gleichen Ergebnis. Mentale Modelle helfen hier eine für die Nutzer optimierte Seite zu erstellen.
Interviews werden analysiert und in ein Diagramm übertragen. Das Diagramm stellt die mentalen Modelle der User dar. Übertragen auf Personas eine gute Basis um die Inhalte einer Webseite zu gestalten. Indi Young hat die Methode „Mental Models“ entwickelt und in Ihrem Buch „Mental Models – Aligning Design Strategy with Human Behavior“ beschrieben.
Emotionsarchitektur – Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler – Britta Glatten, Fatdux
Verglichen wurde das Buchen von Verbindungen auf den Portalen der deutschen Bahn und der Lufthansa. Vermisst wurde bei der Bahn eine klare Gegenüberstellung der Preise. Die ständige Wiederholung der Inhalte auf einer Seite waren ein weiterer Kritikpunkt. Eindeutige Navigation und klare, übersichtliche Darstellung der Angebote sind einfach ein Muss. 1:0 für die Lufthansa.





