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Usability Kongress 2009 – Teil 1
Eine rundum gelungene Veranstaltung. Das kann man nicht über alle Veranstaltungen sagen. Beim Usability Kongress 2009 trifft das aber voll und ganz zu. Vielfältige Beiträge geben einen guten Überblick über den aktuellen Stand der Usability bei Online Medien. Das Thema bleibt wichtig in Zeiten von mobilen Internet und Web 2.0.
Das habe ich aus einigen der Vorträge mitgenommen:
Usability versus Innovation? - Prof. Andrea Krajewski, Hochschule Darmstadt.
Erst das Nutzen von Produkten besiegelt deren Existenz. Also muss der User die Produkte verstehen und einen Vorteil für sich erkennen.
Es wurde die These erwähnt, dass Menschen sich nur Dinge vorstellen können, die Sie schon kennen. Daraus folgt, das man mentale Modelle entwickeln muss, die auf Bekanntem aufbauen. Es ist sonst schwierig innovative Produkte und Ideen zu erklären. Das sollte man sich merken, wenn man Menschen von Innovationen begeistern möchte. Achten Sie darauf, dass Ihre Zielgruppe Ihnen folgen kann.
Multitouch Usability und Natural User Interface Design – Prof. Dr. Wolfgang Henseler, Sensory Minds GmbH
Die Maus wird wohl zukünftig immer weniger benötigt um mit Computern zu interagieren. Finger, Gedanken oder einfach nur Bewegungen bedienen die Geräte der Zukunft. Das bedeutet auch neue Herausforderungen für die Usability.
- Buttons müssen größer sein, wenn sie von Fingern bedient werden.
- Text muss oberhalb vom Button und nicht innerhalb stehen, da er sonst von der Hand verdeckt wird.
- bei der Erstellung von Applikationen muss man z.B daran denken, dass mehrere User gleichzeitig an einem Bildschirm arbeiten (Multitouch). Sie dürfen sich dabei nicht ins Gehege kommen.
Ein Problem ist auch, dass sich die mentalen Modelle nur sehr langsam umstellen. Es dauert bis zu 10 Jahre, bis sich neue durchsetzen. Das gestalten von Verhalten wird deshalb wichtiger als das Design. In Übergangszeiten wird man wohl altes und neues Parallel anbieten müssen.
Auf jeden Fall bleibt es spannend und die Anforderung werden nicht weniger.
OnSite-Befragung 2.0 – Mehr Erfragen durch eine intelligente Abfragetechnik! Thorsten Wilhelm, eResult GmbH
Die Nutzer einer Webseite zu befragen ist ja nicht unbedingt etwas neues. Allerdings geht eResult hier einen anderen Weg. Die Fragen werden direkt zum Inhalt mit einem Layer eingeblendet. Der User kann direkt auf die Inhalte antworten. Er regiert damit auf einen ganz frischen Eindruck. Im Gegensatz dazu ist man bei bisherigen Befragung immer auf das Erinnerungsvermögen der Teilnehmer angewiesen.
Weitere Eindrücke der Veranstaltung folgen im nächsten Beitrag:
Übersichtseite mit Alphabet
Navigation oder Suche? Das ist nicht die einzige Antwort auf dem Weg zum Inhalt. Umfangreiche Themengebiete erfordern eine gut durchdachte Navigation. Man sollte dabei aber nicht außer Acht lassen, dass ungefähr die Hälfte der Nutzer überwiegend über die Suche zum Inhalt finden.
In beiden Fällen ist es nicht so einfach eine Übersicht über die Inhalte zu erhalten. Modern ist da die Tagcloud, aber es gibt auch noch das gute alte alphabetische sortierte Verzeichnis. Auf die wichtigsten Themen reduziert, ein Tool, das bei uns gut ankommt. Man sollte nur nicht versuchen alles was es nur so gibt aufzunehmen. Es wird sonst aus einer guten Idee eine riesige Liste, die dann einfach zu groß ist um noch übersichtlich zu sein.

Wir nutzen einen Index A-Z schon länger im Intranet, bei Themengebieten, die etwas umfangreicher sind. Seit kurzem gibt es nun auch einen in unserem Wiki. Die Erfahrungen im Intranet waren so gut, dass wir es jetzt auch hier versuchen möchten.
Thema mobiles Intranet
Mobiles Internet setzt sich durch (fast) günstige Flatrates langsam durch. Ein Grund im Arbeitskreis Intranet (aexea) auch über die Anwendung innerhalb von Unternehmen zu diskutieren. Im Rahmen der Vorträge und Workshops kamen wir schnell zu dem Schluss, dass das größte Problem die Sicherheit ist. Ohne eine gute Lösung dazu braucht man über einen mobiles Intranet nicht nachzudenken. Zu schnell gelangen sensible Daten sonst in die falschen Hände.
„Wir sollten da auch was mobil machen“; ist schnell ausgesprochen. Letztendlich muss man doch vorher genau über den Nutzen nachdenken. Idealerweise entwickelt man das mit Szenarien, die mögliche Anwendungen beschreiben. Nur so erhält man eine Vorstellung über den tatsächlichen Nutzen
Bei dieser Betrachtung identifizierten wir zwei mögliche Anwendungen:
- Applikation, die z.B. die Freigabe von Urlaubsanträgen gestatten ermöglichen reisenden Managern die Wartezeit am Flughafen Sinnvoll zu nutzen, also interne Prozesse unterstützen. Mitarbeiter müssen nicht mehr frustriert tagelang warten, bis der Chef wieder im Büro ist. Prozesse dieser Art spielen die eingesetzten Mittel schnell wieder ein.
- News, Informationen über neue Dokumente usw. sind einer weitere Anwendung, die Mitarbeitern großen Nutzen bringen können
Besonders wichtig war allen Teilnehmern das mobile Angebote nicht zu umfangreich sein dürfen. Idealerweise kann der Mitarbeiter selbst entscheiden, was Er/Sie unterwegst abrufen möchte. Dies kann dann übersichtlich zur Verfügung gestellt werden. Usability ist dabei ein wichtiger Faktor
Schwierig wird es die vorhanden CMS (Content Management Systeme) für den mobilen Zugriff Fit zu machen. Ein einfacher Webzugriff würde zudem nicht den Ansprüchen für die Sicherheit entsprechen. Wir haben eher über kleine Applikationen diskutiert, die Inhalte aus dem CMS beziehen.
Es gibt in dem Bereich aber noch zu wenige Anwendungen auf die man zurückgreifen kann. Es bleibt als spannend.
Arbeitskreis Intranet Konvent 2009
Wie jedes Jahr haben sich alle Intranet Arbeitskreise von Aexea in Frankfurt zum Konvent getroffen. Ein ausgefüllter Tag mit interessanten Beiträgen und genügend Raum für einen aktiven Austausch unter Experten.
Zu Beginn wurde ein Vortrag „ Das Intranet in 10 Jahren“ aus dem Vorjahr wieder aufgenommen. Die 5 Thesen daraus wurden anhand der aktuellen Entwicklung reflektiert.
- Suchen wird einfacher und besser
Das Beispiel TrueKnowledge.com zeigte eine Entwicklung für die Suche nach Fakten. Auf Basis einer Datenbank beantwortet das Portal die vielfältigsten Fragen. Im Mai diesen Jahres geht das Projekt WolframAlpha online. Hinterlegte Modelle und Algorithmen interpretieren die Anfragen der Nutzer und liefern relevante Ergebnisse. Beides auf jeden Fall spannende Alternativen zu bisherigen Suchmaschinen. - Die richtigen Informationen für jeden jederzeit
Neue Technologien liefern Inhalte aus den verschiedensten Quellen auf Basis des Nutzerverhaltens in einem Portal. Inhalte die genau die Bedürfnisse der Mitarbeiter abdecken. Ein mühevolles Suchen in verschiedenen Portalen und Datenbanken entfällt. Suche ist auch in unserem Unternehmen ein wichtiger Punkt für die Optimierung.Touchscreen Handys und günstige Flatrates fördern die Nutzung mobiler Angebote. Der Wunsch Informationen aus dem Intranet auch Unterwegs abrufen zu können folgt so zwangsläufig. Allerdings müssen dazu noch Lösungen gefunden werden die Sicherheitsmängel zu beheben. Den Zugriff über spezielle Applikationen zu lösen ist ein möglicher Weg.
- Das Intranet wird das Leitmedium der Organisation
Eine Umfrage unter den Teilnehmern zeigte das viele Unternehmen schon auf dem Weg dazu sind. - Mehr bewegte Bilder
Studien zeigen, dass Videos auch für die berufliche Nutzung ein alltägliches Werkzeug geworden sind. Ein Ideales Mittel um Emotionen zu vermitteln oder komplexe Inhalte zu erklären. - Alle machen mit
Immer mehr Firmen erkennen die Voreile nutzergenerierte Inhalte und erweiterte Funktionen der Tools erleichtern den Einstieg. Externe Anwendungen für geschlossene Nutzergruppen sind ein weiterer Weg für Firmen ohne eigene Tools.
Change Management beim Thieme Verlag
Änderungen im Verhalten der Kunden und Wettbewerb durch neue Online Angebot erfordern einen Wandel im Angebot dieses etablierten Verlags für medizinische Publikationen. Dr. Jens Stief präsentierte eindrucksvoll den dabei eingeschlagenen Weg.
Besonders positiv ist dabei der Ansatz die Mitarbeiter dabei in den Mittelpunkt zu stellen. Es wurde erkannt, dass es nicht nur auf besonders innovative und motivierte Menschen ankommt. Auch Mitarbeiter mit in Jahren erworbenen Kenntnissen werden als besonders wertvoll angesehen.
Aus Rücksicht und um Ängste abzubauen wurde auch versprochen auf Kündigungen zu verzichten. Ein positives Beispiel für ein Unternehmen, dass mit dem Change Management auf eine langfristige Perspektiven setzt und diesen Weg mit den Beschäftigten geht.
Workshops am Nachmittag
Im Vorfeld der Veranstaltung wurden die Wünsche der Teilnehmer für die Workshops am Nachmittag abgefragt. Ergänzt durch weitere Ideen bildeten diese den Rahmen für Diskussionen am Nachmittag. Vier Gruppenarbeiten lieferten Ergebnisse zu den folgenden Themen:
- Wie ermittelt man den wertschöpfenden Faktor eines Intranets ?
- Nutzerbefragungen zur Verbesserung der Qualität
- Vernetzung eines Mitarbeitermagazins mit den Onlinemedien
- Marketing fürs Intranet und Motivation von Mitarbeitern
Ein rundum positiver Tag. Ich habe wieder viele Impulse für meine eigenen Arbeit mitgenommen.
Ein weiterer Artikel zum Konvent auf Text-Gold:
http://www.text-gold.de/internes/arbeitskreis-intranet-jahreskonvent-die-trends-im-intranet/
Bilder im Intranet –Alles frei oder gar nichts?
Bilder sagen of mehr als 1000 Worte und zeigen Emotionen. Muss deshalb jeder Artikel ein Bild haben? Ganz sicher nicht. Dieser Anspruch würde dazu führen, dass auch Bilder mit schlechter Qualität benutzt werden. Bilder müssen von guter Qualität sein, eine Aussage haben oder ein Schmuckstück sein. Auch die rechtlichen Aspekte werden oft dabei nicht beachtet. Dies trifft für ein Intranet genauso zu wie im Internet.
In der Regel gilt ein Intranet als öffentlicher Raum. Beachten sie deshalb die gleichen rechtlichen Vorschriften wie im Web, auch wenn man die Seiten extern nicht sehen kann. Also auch hier gilt das Urheberrecht.
Bilder von Mitarbeitern
Was ist aber mit Bildern von Mitarbeitern? Eine Seite mit Ansprechpartner, bei denen diese auch mit Bild zu sehen sind hat natürlich mehr Charme, als eine Liste mit Telefonnummern. Dabei gibt es aber auch einiges zu beachten.
Meiner Meinung nach richtet man es am besten so ein, dass die Mitarbeiter Ihre Bilder selber einstellen. Dann ist es klar, dass diese Ihre Zustimmung gegeben haben und man braucht sich nichts unterschreiben zu lassen. Die Mitarbeiter können die Bilder dann auch gleich austauschen, wenn Sie Ihr Bild aktualisieren möchten. So sind die Bilder dann auch zentral an einer Stelle und können leicht gelöscht werden, wenn der Mitarbeiter das Unternehmen verlässt.
Es sollte den Mitarbeitern aber klar gemacht werden, dass das Einstellen der Bilder freiwillig erfolgt. Er sollte selber entscheiden, ob er ein Bild von sich im Intranet sehen möchte oder nicht.
Eventuell verstößt man aber selbst dabei gegen das Urheberrecht. Möglicherweise hat man die Rechte für eine Veröffentlichung gar nicht vom Fotografen erworben. In der Regel sollte das zwar kein Problem sein, man kann es aber nicht ganz außer Acht lassen. Weisen Sie vielleicht Ihre Mitarbeiter beim Einstellen der Bilder darauf hin.
Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass dieser Text keine rechtliche Beratung darstellt, sondern nur für die Thematik sensibilisieren sollen.
Zum Thema habe ich den folgenden interessanten Blog mit rechtlichen Informationen zum Thema gefunden:
http://www.law-blog.de/156/fotorecht-spezial-teil-1-recht-am-bild/



