Tag Archives: Usability

Wenn es nicht den Erwartungen entspricht

Vor einigen Tagen hat es im neuen Autobahntunnel in Köln-Lövenich auf der A1 einen Fehlalarm gegeben. Es wird vermutet, dass die Abgase von PKW’s und LKW’s die Brandmelder, die wohl zu empfindlich eingestellt waren, ausgelöst hatten. Dies hat zu Chaos und gefährlichen Situationen geführt, weil viele Autofahrer die eingeleiteten Maßnahmen nicht erwartet hatten und deshalb nicht in der gewünschten Weise reagiert haben.

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Einen einfachen Weg schaffen

Madeira ist eine Insel, bei der es ständig rauf und runter geht. Häufig steigt es gleich aus dem Wasser mehrere hundert Meter an. Die ganze Insel bildet so immer wieder eine atemberaubende Kulisse, welche überall mit wunderschönen Blumen garniert wird.

Madeira

Das hört sich jetzt nicht so an, als ob man die Insel so einfach zu Fuß erschließen kann. Da die Insel bei nur 40 Km Breite auf bis zu 1900 Meter ansteigt hört sich das Ganze eher nach alpinen Bergsteigen an.

Doch ganz im Gegenteil, durch die überall vorhandenen Bewässerungskanäle kann man die Insel ganz ohne Anstrengung erwandern. Die sogenannten Levadas haben alle neben dem eigentlichen Kanal einen Fußweg, der kein merkbares Gefälle hat. Man kann stundenlang eine wunderschöne Landschaft ganz einfach erwandern, und das obwohl es eigentlich um einen herum ständig rauf oder runter geht.

Levada

Im Grunde entsprechen die steilen Berge der Informationslandschaft eines Unternehmens. Die Information zu finden ohne die geeigneten Hilfsmittel zu haben ist nur schwer möglich. Unternehmen müssen also, den Bewässerungskanälen gleich, „einfache Pfade“ bauen, die es den Mitarbeitern ermöglichen, die richtigen Informationen ohne Anstrengung zu finden.

In der Regel ist die Suche das Mittel welches häufig von den Mitarbeitern gewählt wird. Die Suche muss also Leistungsfähig sein und nach dem ersten Aufruf müssen die Ergebnisse weiter durch Filter einzugrenzen sein. So findet der Mitarbeiter schnell was er sucht.

Ein weiteres probates Mittel ist die personalisierte Einstiegsseite für das Intranet. Über Filter sollte im besten Fall nur die Information beim User ankommen, die für Ihn relevant sind. Die Filter werden dabei am besten durch den Mitarbeiter selber definiert. Denn der weiß am besten, was zu seinen Aufgaben passt.

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Manch Einkauf ist frustrierend

Mein altes Motorrad braucht ein wenig Auffrischung. Neben technischen, gehören auch ein paar optische Verschönerungen dazu. Da es im November 30 Jahre alt wird, also fast ein Oldtimer ist, ist es nicht so einfach die benötigten Teile zu bekommen. Umso größer war meine Enttäuschung, als in einem Online-Shop ein benötigtes Teil gefunden hatte, aber der Warenkorp defekt gewesen ist. Es kam einfach eine Fehlermeldung und das war es zunächst mit der Bestellung.

Ich habe dann das Kontaktformular benutzt, um nach dem Teil zu Fragen. Zurück kam die lapidare Meldung, dass ich ja auch per E-Mail bestellen könnte, es kämen dann 4 Euro Versandt dazu. Keine Entschuldigung oder so etwas.

So ein Verhalten eines Shop-Betreibers kann ich nicht verstehen. Das ist ja fast so, als hätte man ein Geschäft und es gibt keine Kasse. Ich verstehe so manchen Betreiber nicht. Es werden häufig so viele Dinge vernachlässigt, die am Ende einfach Umsatz kosten. Und dann fragt man sich warum der Laden nijcht läuft. Es ist schon sträflich Dumm so zu handeln. Natürlich kosten viele Sachen Geld, aber machen sich auch schnell bezahlt.

Man braucht sich nicht zu wundern, dass Amazon so erfolgreich ist. Neben der reinen Funktionalität, der Warenkob muss natürlich funktioniern, sind es oft die ganz einfachen Dinge, die einen Prozess erfolgreicher machen. Beim Bezahlprozess besteht z.B. oft Zweifel an der Sicherheit. Da hilft es schon den „weiter“-Button in „weiter über den Sicherheitsserver“ zu ändern. Das ist dann jedem Kunden klar.

Besonders gut ist Amazon auch darin, wiederkehrende Kunden zu betreuen. Es wird immer etwas Passendes vorgeschlagen. Es wird somit eine Bestandskundenpflege betrieben.

Meiner Meinung nach lohnt es sich immer den Online-Shop kontinuierlich weiter zu entwickeln. Zunächst müssen natürlich alle Prozesse gut und einfach funktionieren. Da kann man mit Usability-Tests und dem richtigen Analysetool schon weit kommen. Danach kann man dann an die Interaktion mit dem Kunden denken. Und es gibt so viele andere Möglichkeiten den Unsatz zu steigern, wenn man einmal anfängt sich damit zu beschäftigen.

Gute Anregungen, um einen Online-Shop besser zu betreiben, erhält man auch auf dem Future Commerce Summit

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Usability Kongress 2009 – Teil 2

Viele Interessante Vorträge gab es zu hören beim Usability Kongress 2009. Hier die Zusammenfassung einiger Vorträge, die ich besucht hatte.

360° Analytics – Moustracking und Webmonitoring zur Usability-Optimierung – Prof. Dr. Gensch, Buisiness Intelligence Group

Natürlich möchte man gerne wissen, was die Nutzer der eigenen Webseite da so alles treiben. Nicht aus Neugier, sondern um diese Informationen zur Optimierung der Site zu nutzen. Obwohl es schon auch Spaß macht einen  User dabei zu beobachten. Die Software m-Pathy erlaubt diese Einblicke.

Ungefähr ein Drittel der User verfolgt die gerade erfassten Inhalte einer Webseite auch mit der Maus. Diese Bewegungen kann man nun erfassen. Verdichtet zu einer Heatmap erhält man so zeitnah eine Übersicht über die Nutzung der Inhalte. Auf diese Weise kann man sehr einfach kontinuierlich optimieren und über die direkte Rückmeldung schnell zu einem optimalen Ergebnis kommen.

Usability und Konversionmanagement – Monia Schumacher – Maxymiser LTD

Vorgestellt wurde eine Lösung, die es ermöglicht eine Webseite in Boxen aufzuteilen. Diese Boxen können dann über das Tool mit verschiedenen Inhalten gefüllt werden. Diese werden dann ständig ausgetauscht. So kann eine Seite in den verschiedensten Kombinationen testen und die optimale Version ermitteln.

Laut Aussage von Frau Schumacher wetten Sie oft mit Ihren Kunden, welche nun die erfolgreichste Variante ist. Bis jetzt war es immer eine Variante, an die keiner Gedacht hatte. Daran sieht man sehr gut, dass Testen immer noch der beste Weg ist um eines Webseite optimal zu gestalten. Man ist wahrscheinlich immer durch das eigenen Verhalten zu sehr geprägt, um sich in alle User hinein versetzen zu können.

Mental Model – Basis für eine Nachhaltige Informationsarchitektur – Karen Lindemann, Netflow -Usabuility Consulting

In einer Befragung wurden Firmen und User über die Qualität von Webseiten gefragt. 80% der Firmen beurteilten Ihre Webseite als Gut, aber nur 8% der User kamen zum gleichen Ergebnis. Mentale Modelle helfen hier eine für die Nutzer optimierte Seite zu erstellen.

Interviews werden analysiert und in ein Diagramm übertragen. Das Diagramm stellt die mentalen Modelle der User dar.  Übertragen auf Personas eine gute Basis um die Inhalte einer Webseite zu gestalten. Indi Young hat die Methode „Mental Models“ entwickelt und in Ihrem Buch „Mental Models – Aligning Design Strategy with Human Behavior“ beschrieben.

Emotionsarchitektur – Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler – Britta Glatten, Fatdux

Verglichen wurde das Buchen von Verbindungen auf den Portalen der deutschen Bahn und der Lufthansa. Vermisst wurde bei der Bahn eine klare Gegenüberstellung der Preise. Die ständige Wiederholung der Inhalte auf einer Seite waren ein weiterer Kritikpunkt. Eindeutige Navigation und klare, übersichtliche Darstellung der Angebote sind einfach ein Muss. 1:0 für die Lufthansa.

Usability Kongress 2009 – Teil 1

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Usability Kongress 2009 – Teil 1

Eine rundum gelungene Veranstaltung. Das kann man nicht über alle Veranstaltungen sagen. Beim Usability Kongress 2009 trifft das aber voll und ganz zu. Vielfältige Beiträge geben einen guten Überblick über den aktuellen Stand der Usability bei Online Medien. Das Thema bleibt wichtig in Zeiten von mobilen Internet und Web 2.0.

Das habe ich aus einigen der Vorträge mitgenommen:

Usability versus Innovation? -  Prof. Andrea Krajewski, Hochschule Darmstadt.

Erst das Nutzen von Produkten besiegelt deren Existenz. Also muss der User die Produkte verstehen und einen Vorteil für sich erkennen.

Es wurde die These erwähnt, dass Menschen sich nur Dinge vorstellen können, die Sie schon kennen. Daraus folgt, das man mentale Modelle entwickeln muss, die auf Bekanntem aufbauen.  Es ist sonst schwierig innovative Produkte und Ideen zu erklären. Das sollte man sich merken, wenn man Menschen von Innovationen begeistern möchte. Achten Sie darauf, dass Ihre Zielgruppe Ihnen folgen kann.

Multitouch Usability und Natural User Interface Design – Prof. Dr. Wolfgang Henseler, Sensory Minds GmbH

Die Maus wird wohl zukünftig immer weniger benötigt um mit Computern zu interagieren. Finger, Gedanken oder einfach nur Bewegungen bedienen die Geräte der Zukunft. Das bedeutet auch neue Herausforderungen für die Usability.

  • Buttons müssen größer sein, wenn sie von Fingern bedient werden.
  • Text muss oberhalb vom Button und nicht innerhalb stehen, da er sonst von der Hand verdeckt wird.
  • bei der Erstellung von Applikationen muss man z.B daran denken, dass mehrere User gleichzeitig an einem Bildschirm arbeiten (Multitouch). Sie dürfen sich dabei nicht ins Gehege kommen.

Ein Problem ist auch, dass sich die mentalen Modelle nur sehr langsam umstellen. Es dauert bis zu 10 Jahre, bis sich neue durchsetzen. Das gestalten von Verhalten wird deshalb wichtiger als das Design. In Übergangszeiten wird man wohl altes und neues Parallel anbieten müssen.

Auf jeden Fall bleibt es spannend und die Anforderung werden nicht weniger.

OnSite-Befragung 2.0 – Mehr Erfragen durch eine intelligente Abfragetechnik! Thorsten Wilhelm, eResult GmbH

Die Nutzer einer Webseite zu befragen ist ja nicht unbedingt etwas neues. Allerdings geht eResult hier einen anderen Weg. Die Fragen werden direkt zum Inhalt mit einem Layer eingeblendet. Der User kann direkt auf die Inhalte antworten. Er regiert damit auf einen ganz frischen Eindruck.  Im Gegensatz dazu ist man bei bisherigen  Befragung immer auf das Erinnerungsvermögen der Teilnehmer angewiesen.

Weitere Eindrücke der Veranstaltung folgen im nächsten Beitrag:

Usability Kongress 2009 – Teil 2

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